Christian Arnold

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Christian Arnold (geb. 11. März 1889 in Fürth; gest. 4. April 1960 in Bremen) war ein deutscher Maler und Künstler. Er gehört zum Genre der sog. neuen Sachlichkeit. Arnold war seit 1912 mit Agnes Mäder verheiratet. Aus der Ehe stammen drei Kinder.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Nach der Schulzeit in Fürth absolvierte Arnold eine Bildhauerlehre. Anschließend begab er sich auf eine zweijährige Wanderschaft, die er schließlich in Bremen beendete. Bremen bildete in der Folgezeit seine neue Heimat.

Arnold wurde im Alter von 25 Jahren zum Wehrdienst in den Ersten Weltkrieg eingezogen. Er leistete seinen Dienst an der Ostfront, wo er schwer verwundet wurde. Nach einem zwölfmonatigen Aufenthalt in einem Lazarett wurde er 1917 als wehruntauglich entlassen, da inzwischen seine linke Hand vollkommen gelähmt war. Dies hatte auch zur Folge, dass er seinem ursprünglich erlernten Beruf als Bildhauer nicht mehr nachgehen konnte. Deshalb entschloss sich Arnold, die Lehre eines Malers zu beginnen. Er besuchte hierzu die Kunstgewerbeschule in Bremen, deren Atmosphäre er nach späteren Angaben als zu eng empfand, so dass er sich sein Können als Autodidakt im Selbststudium aneignete.

Allerdings musste Arnold seine Familie nach den entbehrungsreichen Kriegsjahren zunächst mit einer Anstellung als technischer Zeichner bei den Elektrizitätswerken über Wasser halten, während er seine Freizeit fast ausschließlich der Malerei widmete. Es entstanden in dieser Zeit viele Federzeichnungen und die ersten Aquarelle sowie Holzschnitte. Mit der großen Inflation 1923 wurde diese künstlerische Schaffensphase fast vollständig beendet.

1924 gab Arnold dennoch seinen Beruf als technischer Zeichner auf, entgegen den Bitten seiner Frau. Arnold wollte sich voll und ganz seiner Malerei widmen. Aus diesen frühen Jahren seiner Schaffensphase sind nur wenige Arbeiten erhalten; sie spiegeln eine Hinwendung Arnolds zu neuen Ausdrucksformen wider, die über seine ursprünglichen klassischen Techniken und expressionistischen Formen hinausgehen und sich der Neuen Sachlichkeit annähern. Arnold wurde 1925 Mitglied im Künstlerbund Bremen und der in Bremen begründeten „Vereinigung für junge Kunst“. Mit deren Unterstützung gelang es ihm zum ersten Mal, durch eine Ausstellung in Bremen mit einem Ausschnitt aus seinem Gesamtwerk den Weg an die Öffentlichkeit zu finden. Es folgten weitere Ausstellungen, gemeinsam mit Werken von Felixmüller, Davringhausen und anderen. Wie viele Künstler seiner Epoche sympathisierte er mit den sozialistisch-kommunistischen Idealen der Weimarer Zeit und engagierte sich auch politisch.

Nach Aussagen einiger Kunsthistoriker befand sich Arnold gegen Ende der 1920er Jahre im Vollbesitz seiner künstlerischen Fähigkeiten. Es folgte eine außerordentlich produktive Zeit, in der er hunderte von Aquarellen malte, aber auch bedeutende Ölbilder. Sein Werk fand verstärkten Zuspruch in der Öffentlichkeit, was sich auch in den Verkaufszahlen widerspiegelte. Inspiriert durch einen Besuch in Prag (1928) entstanden in den Folgejahren zirka 300 Bilder nach Skizzen mit Motiven dieser Reise.

Verfolgung im Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Nach Machtantritt der Nationalsozialisten wurde Arnold zunächst aus dem „Bremer Künstlerbund“ ausgeschlossen. Sein Antrag auf Eintritt in die Reichskulturkammer wurde abgelehnt, so dass er in der Folge auch keine Ausstellungen mehr machen bzw. öffentlich seine Bilder verkaufen konnte. Aufgrund der darauf folgenden schlechten finanziellen Situation sah er sich gezwungen, erneut eine Anstellung bei der Schiffswerft „A. G. Weser“ anzunehmen, die Freunde für ihn organisiert hatten. In dieser Zeit malte Arnold noch in seiner Freizeit, allerdings konnte er nur wenige seiner Werke verkaufen.

Während des Nationalsozialismus geriet Arnold immer wieder mit dem Regime in Konflikt. So weigerte er sich den Hitlergruß zu zeigen, und aufgrund diverser Äußerungen über die politischen Verhältnisse wurde er offensichtlich denunziert. Er bekam deshalb eine Anklage wegen "Vorbereitung zum Hochverrat", dieses konnte ihm aber nicht vor Gericht nachgewiesen werden, so dass er "nur" wegen einer Führerbeleidigung zu einem Jahr Gefängnis in Vechta verurteilt wurde. Trotz Gnadengesuche seiner Ehefrau saß er seine Haft in Vechta ab, und konnte im Anschluss erneut wieder bei der Firma A. G. Weser eine Anstellung annehmen.

Kurz vor Kriegsende, am 26. September 1944, wurde das Wohnhaus Arnolds während eines Luftangriffs schwer getroffen. Dabei wurden über ein Drittel seines künstlerischen Lebenswerks vernichtet: 120 große Ölgemälde, 700 Aquarelle, zahlreiche Holzschnitte, Zeichnungen und Skizzen.

Im Oktober 1944 wurde Arnold erneut verhaftet, da er wieder staatsfeindliche Äußerungen von sich gegeben haben soll. Er kam zunächst in Untersuchungshaft wegen „Hochverrates“. Arnold saß bis zum Einmarsch der Alliierten Truppen in Untersuchungshaft und entging damit vermutlich einer drastischeren Strafe.

Nachkriegszeit und Wiederentdeckung[Bearbeiten]

Die Haftzeit ist nicht spurlos an Arnold vorbeigezogen, er selbst sprach wohl nur kaum über das Erlebte. Allerdings spiegelte sich diese erneute Haftzeit häufig in den Motiven seine Bilder nach dem Krieg wider. So malte er zahlreiche Trümmerbilder bzw. Ruinen während dieser Zeit. Der Mangel an Papier zwang ihn zusätzlich, seine Zeichnungen häufig auf Packpapier oder grauem Karton vorzunehmen, da kein geeignetes Papier zur Verfügung stand. Gegen Ende seines Lebens kämpfte Arnold zunehmend an einer Atemnot, bedingt durch eine Lungenerkrankung. Arnold war ein starker Zigarettenraucher und hatte die Angewohnheit, beim Aquarellmalen den Pinsel mit den Lippen zu formen. Dabei schluckte er häufig die Farbreste, so dass er immer wieder erkrankte.

Arnold war zwar in seiner zweiten Heimat als Künstler bekannt, aber der große Durchbruch blieb ihm zu Lebzeiten verwehrt. Erst ca. 20 Jahre nach seinem Tod erinnerte man sich Ende der 1970er Jahre erneut an den Künstler. Seinen Söhnen gelang es ein Werkverzeichnis zu erstellen, so dass der Nachwelt seine Schaffensphase offengelegt werden konnte. Es folgten mehrere Vernissagen in deutschen Großstädten, so dass einige seiner Werke zuletzt bei Kunstauktionen bis zu mittlere vierstellige Europreise erzielten.

Mit Fürth verband Arnold vermutlich nach seinem Fortgang kaum noch etwas, so dass er in Fürth als Künstler kaum bis gar nicht bekannt ist.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert Arnold und Uwe Michael: Christian Arnold – Maler der Neuen Sachlichkeit. Bremen 1980
  • Kunsthalle Bremen: Christian Arnold. Verlag Hauschild, Bremen 1979

Weblinks[Bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten]