Die letzten Tage von Nürnberg (Buch)

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Titelseite von "Die letzten Tage von Nürnberg" aus dem Jahr 1952.

Die Publikation erschien in den 2000er Jahren als Reprint im Deuerlein Buch Wein Cafe, Antiquariat Buchhandlung Verlag Nürnberg, ISBN 3-9807486-0-X. Es handelt sich dabei um eine Artikelsammlung der Nürnberger Boulevard-Tageszeitung "8 Uhr Blatt", bei der Erhard Mossack offensichtlich Journalist war. Dabei beschreibt er die letzten Tage der Städte Nürnberg und Fürth, den Einmarsch der Alliierten Streitkräfte, die Vernichtung der Altstadt in Nürnberg und die Kapitulation der Stadt Nürnberg nach dem Tod von Gauleiter Holz. Die Artikel sind zum Teil sehr subjektiv "eingefärbt", eine objektive Aufarbeitung der Geschichte, der Verantwortung des Deutschen Reiches oder der NS-Zeit erfolgt nur in wenigen - zum Teil verklärten - Bereichen. Die Schuldfrage wird weitestgehend "ausgeklammert".

Der Autor Erhard Mossack, der Vater von Jürgen Mossack, schrieb als Vorwort:

Aus der Geschichte lernt man nie! Die Menschen vergessen zu rasch. Unsere Zeit ist schnellebig. Was mehr als fünf Jahre zurückliegt, ist in der Erinnerung schon verwischt. Wer denkt noch an die Schrecken des letzten Krieges? Wem klingt noch das gnadenlose Krachen der zerberstenden Bomben in den Ohren? Wer sieht noch die angstverzerrten Gesichter der Menschen in den Luftschutzkellern vor sich, oder wer hört noch das Weinen kleiner Kinder, die ihre Eltern verloren? Wer riecht noch den schwelenden Brand gieriger Flammen, die alles, aber auch alles verzehrten und nur ausgebrannte, zerglühte Ruinen übrig ließen? Alles hatten die Explosionen zerfetzt und durcheinander gewirbelt, zu Staub zerpulvert, zu unförmigen Massen aufgetürmt. Alles, was der Fleiß vergangener Jahrhunderte aufgebaut und was Jahrhunderte überdauert hatte. Das Furioso der Vernichtung zerstörte eine Stadt, die einst des Reiches Schatzkästlein war. Vor sieben Jahren, die Ohren vom Kanonendonner betäubt, die Augen vom Qualm und Trümmerstaub entzündet, waren wir noch zu fassungslos, um zu begreifen, wohin uns der große Wirbelwind getrieben hatte. Heute noch mahnen die Trümmer daran, wie die Welt nach dem Erwachen aus dem wilden Rausch von Haß und Unvernunft aussieht. Diese Mahnung soll vertieft werden. Deshalb habe ich den Versuch unternommen, den Leidensweg der Stadt Nürnberg in den letzten Monaten des zweiten Weltkrieges möglichst in all ihren Einzelphasen und Abschnitten festzuhalten und aufzuzeichnen. Angesichts der Fülle des Materials und der Gleichzeitigkeit so vieler entscheidender Ereignisse konnte es nicht ausbleiben, dass dieser Bericht bis zu einem gewissen Grade unvollständig bleiben mußte. Die wesentlichen Züge aber sind mit der gebotenen Genauigkeit und Gründlichkeit festgehalten worden. Dass dies gelang, ist nicht zuletzt das Verdienst der vielen, vielen Mitarbeiter aus den Leserkreisen des 8 Uhr Blatts, ohne deren Quellenmaterial und Hinweise viele wertvolle Unterlagen gar nicht zu beschaffen gewesen wären. Allen Mitarbeitern sei an dieser Stelle für ihre selbstlose Mitarbeit herzlich gedankt. E. M.

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