Johann Kaspar Bohn

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Johann Kaspar Bohn (geb. 5. Mai 1841 in Heftenhof/Hzm. Sachsen-Meiningen[1][2]; gest. 8. Februar 1891[3]) war ein Fürther Maurermeister.

Leben[Bearbeiten]

Joh. Kaspar Bohn wuchs im Henneberger Land innerhalb des Herzogtums Sachsen-Meiningen, früher dem fränkischen Reichskreis zugehörig, nahe der Grenze zu Bayern auf. Er erlernte den Beruf des Steinhauers.

Bohn kam erstmals im April 1865 nach Fürth und arbeitete als Maurer beim Maurermeister Johann Michael Zink; in Logis war er bei Bohn in der Schwabacher Straße 19 (heute Schwabacher Straße 35/37) – beim älteren Bruder Sebastian. In den Jahren 1865 bis 1867 war er bei den Maurermeistern Krieger, Gran, Hofmann und Korn in Arbeit.[3]

Dann aber ging Johann Kaspar Bohn nach Weißenburg i. Bay. Dort lernte er die Sattlermeisterstochter Friederike Albertine Preu, geb. 9. Oktober 1847 in Mönchsdeggigen, kennen. Um Ansässigmachung ersuchten sie in Weißenburg nicht, aber als sich offenbar Nachwuchs ankündigte beantragten sie ein Verehelichungszeugnis. Der Stadtmagistrat von Weißenburg erteilte dieses am 23. März 1871, nachdem auf seine Anfrage hin das herzoglich sächsische Verwaltungsamt Meiningen in amtlicher Zuschrift mitteilte, „daß der Trauung des x. Bohn mit der x. Preu ein Bedenken nicht im Weg steht und daß nach dortigen Gesetzen die Eheschließung in Bayern zulässig sei und dieselbe Wirkung habe, als sei dieselbe im Heimatlande erfolgt.“ In Weißenburg wurden drei Kinder geboren. Als Wohnadresse war bei den Taufen 1871 und 1872 die Hausnummer 232 (heute Judengasse 15) und 1873 die Hausnummer 481 (heute Schanzmauer 12, städtischer Stadtmauerturm) angegeben.[4]

Seit April 1874 hielt sich Bohn mit Familie in Fürth auf, zahlte seitdem hier Steuern und Gemeindeumlagen. Wohl geleitet vom kürzlichen Erfolg seines Bruders Sebastian stellte er am 5. Mai 1877 ein Gesuch um Verleihung des Bürgerrechts. Darin teilte er mit, dass er, seine Frau und die drei Kinder Karl, Wilhelmine und Robert in Heftenhof heimatberechtigt und vermögenslos seien, er aber für immer in Fürth zu wohnen gedenkt. Er stellte die Bitte: „Wohllöblicher Stadtmagistrat wolle ihm das Bürgerrecht gegen eine Aufnahmsgebühr von 27 Mk verleihen und die Einverleibung in den bayerischen Unterthanenverband bei der Kgl. Regierung von Mittelfranken veranlassen.“ Mit dem Gesuch legte Bohn eine Bescheinigung vom 27. April 1877 vor, unterschrieben vom Gemarkungsvorstand Schmidtmann von Schmerbach, die die Heimatberechtigung bestätigte und ein Leumundszeugnis enthielt. Sechs Tage später wurde er von der Stadtverwaltung vorgerufen. Er musste mit Unterschrift versichern, dass sich die Aufnahme in den bayerischen Staatsverband nicht nur auf ihn, sondern auch auf seine Ehefrau und die drei Kinder erstrecken soll.

Entsprechend berichtete der Magistrat an die Kammer des Innern der kgl. Regierung in Ansbach, die am 18. Mai die Aufnahmeurkunde[5] gleichen Datums mit Unterschrift des Regierungspräsidenten Feder für den Steinhauer Johann Kaspar Bohn und dessen Familie an die Stadtverwaltung übersandte. Mit Sitzungsbeschluss vom 24. Mai 1877 verlieh nun der Stadtmagistrat auch das Fürther Bürgerrecht an Bohn. Nachdem die Bürgergebühr von 27 Mark erhoben war, händigte man ihm am 2. Juni die Aufnahmeurkunde und das Bürgerdekret aus. Schließlich leistete Bohn am 28. Juli noch den Staatsbürgereid.

Bohn erhielt am 16. Januar 1878 die Genehmigung für die selbstständige Ausübung des Steinhauergewerbes, ebenso für das Schieferdeckerhandwerk. 1889 erwarb er auch die Erlaubnis zum Ausschank von Bier.

Als Bauherr errichtete er das Mietshaus Leyher Straße 53, in welches seine Familie nach Fertigstellung im Mai 1889 einzog. Allzu bald – am 8. Februar 1891 – verstarb Johann Kaspar Bohn.

Familie[Bearbeiten]

Johann Kaspar Bohn und Friederike Albertine Preu heirateten – obwohl sie in Weißenburg wohnten – in der Fürther Kirche St. Michael am 8. Mai 1871, der Bruder Sebastian war Trauzeuge.

Das Ehepaar Kinder hatte insgesamt 11 Kinder, von diesen erreichten nur 5 das Erwachsenenalter:

  • Karl Wilhelm Bohn, geb. 16. Aug. 1871 in Weißenburg i. Bay.
  • Wilhelmine Caroline Bohn, geb. 22. Dez. 1872 in Weißenburg i. Bay., war ledige Köchin in Stuttgart, reiste Ende August 1893 nach Nordamerika und lebte verheiratet in Natrona/Pennsylvania, USA
  • Robert Albert Bohn, geb. 17. April 1875 in Fürth
  • Agnes Karolina Katharina Bohn, geb. 5. Mai 1879 in Fürth, lebte verheiratet in „Pitzburg/Nordamerika“ (Pittsburgh/Pennsylvania, USA)
  • Theodor Bohn, geb. 22. Sept. 1886 in Fürth

Die Witwe Friederike Bohn starb am 24. Dezember 1915.

Geschäfts- und Wohnadressen[3][Bearbeiten]

Adressen der Witwe[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stadtmagistrat Fürth: „Bohn, Joh. Kaspar, Steinhauer v. Heftenhof, Bürgerrechtsgesuch, 1877“; StadtAFÜ Sign.-Nr. Fach 18 a/B 719
  2. Heftenhof, auch Hutsberg genannt, war ein Weiler – seit 1914 eine Wüstung – am Fuße des Hutsbergs in der heutigen thüringischen Gemeinde Rhönblick
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 Familienbogen Bohn, Johann Kaspar; StadtAFÜ Sign.-Nr. A. 4. 5
  4. Mitteilung des Stadtarchivs Weißenburg i. Bay., Reiner Kammerl vom 15. Juni 2020
  5. Erwerb der Staatsangehörigkeit im Königreich Bayern gemäß § 7 des „Gesetz(es) über die Erwerbung und den Verlust der Bundes- und Staatsangehörigkeit” des Norddeutschen Bundes vom 1. Juni 1870
  6. Adressbuch von 1879
  7. Adressbücher von 1884 und 1886
  8. Adressbuch von 1889
  9. Adressbuch von 1891
  10. Adressbuch von 1895
  11. Adressbuch von 1896
  12. Adressbücher von 1899 und 1901
  13. Adressbücher von 1903, 1905, 1907, 1909, 1911 und 1913

Bilder[Bearbeiten]