Mathildenstraße 7

Aus FürthWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mathildenstr.jpeg
Mathildenstraße 7 Aufnahme von 2011 - bis 1964 kaufm. Berufschule 2
Die Karte wird geladen …

Dreigeschossiger traufseitiger Satteldachbau mit Sandsteinfassade und reich gestalteter mittlerer Eingangsachse, spätklassizistisch, von Friedrich Schmidt, 1862/63.

Geschichte[Bearbeiten]

In den 1950er Jahren befand sich hier die Berufsschule II.[1] Die Schule für die kaufmännischen Berufe (Städtische Berufsschule Fürth Direktion II kaufmännische Abteilung) war bis zum Neubau der B II Ludwig-Erhard-Schule Theresienstraße 15 1964 im Betrieb.

Zeitzeugenberichte[Bearbeiten]

Ich (Norbert Pietsch, kfm. Lehrling bei Ing. Willert, Ludwigstraße 38) war in diesem Schulhaus, Mathildenstraße 7, von 1962 bis zum Umzug 1964 in das brandneue Schulhaus Theresienstraße 15, jetzt Ludwig-Erhard-Schule und jetzt schon leider sanierungsbedürftig, unter Frau OstR. Dietz als werdender Einzelhandelskaufmann eingeschult. Jedes Klassenzimmer wurde noch mit einem riesigen Kohleofen, mit einem noch größeren Hitzeschutzblech zu den Bankreihen hin, beheizt. Es gab einen schönen, aber kleinen Hinterhof mit Bäumen für die Pausen. Für die Schreibmaschinen-Lehrstunden marschierte die ganze Klasse quer durch die Stadt zum Helm-Schulhaus hinter der Feuerwehr, wo es einen ausgestatteten Klassenraum mit mechanischen, großen Büro-Schreibmaschinen gab. Wo dann eine Lehrkraft mit einem Tamburin den Takt vorgab und ca. 30 Schreibmaschinen und ihre Typenhebel lautstark und gleichmäßig "ASDF-ASDF" usw, usw. anschlugen. Die Maschinenschreiben-Prüfung verlangte 1. "Formgerechte Gestaltung eines Briefes" und 2. "Sicherschreiben .... Anschläge (ich schaffte 138 Anschläge) in der Minute beim Abschreiben eines mittelschweren Textes und einer Schreibdauer von 10 Minuten"; heute nicht mehr vorzustellen. Genau wie der langweilige Stenografie-Unterricht (wieder in der Mathildenstraße), den damals schon in der Praxis im Betrieb keiner mehr brauchte. Dazu musste man vom Schöll am Obstmarkt extra weiche Bleistifte kaufen (es gab aber auch Spezialfüller mit besonderer Feder), um beim Aufdrücken die Verdickung im Schriftbild des Stenogeschlängels darzustellen. Die Schule war so dürftig ausgestattet, dass zum Umzug in das neue Schulhaus 3 Schüler reichten, die die wenigen Utensilien, wie Klassenbücher und andere Artikel, in die Theresienstraße 15 runter trugen. Natürlich nach dem Unterricht ;-) . Klassenkameraden waren Norbert Staudt und seine spätere Frau Gerlinde, einer der Ford-Auto-Röder-Söhne, Peter Lang aus der Lessingstraße und der Gonsbergler Morneburg vom alten Löwenplatz.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tauer's Straßen-Verzeichnis von Nürnberg und Fürth, Verlag die Egge - Rudolf Tauer, Nürnberg 1954, S. 174

Bilder[Bearbeiten]