Michael Blöth

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Michael Blöth (geb. 5. August 1906 in Fürth, gest. 13. März 1934 in Berlin) war Politiker bei der KPD.

Die Familie Blöth war eine Fürther Proletarierfamilie mit sieben Kindern, die sich allesamt in sozialdemokratischen und kommunistischen Gruppierungen engagierten. So war der Vater Johann Blöth Sozialdemokrat und bis zu seinem Tod Gewerkschaftsangestellter des Glasarbeiterverbandes, der damals größten Einzelgewerkschaft in Fürth.[1]

Michael Blöth war das siebte und jüngste Kinder der Familie Blöth. Seine Brüder Hans und Josef Blöth engagierten sich ebenfalls in der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Ab dem 2. September 1912 besuchte Michael Blöth die Volksschule, die er acht Jahre später am 14. Juni 1920 mit dem Prädikat "gut" beendete. Im Anschluss begann er die Lehre als Schreiner.

Am 1. Januar 1925 wurde er Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes Deutschlands (KJVD), wo er auch seine künftige Frau Wally Köhlein aus Nürnberg kennen lernte. Bereits zwei Jahre später zog Michael Blöth im Januar 1927 nach Nürnberg. Die Hochzeit erfolgte am 7. Januar 1928 in Nürnberg. Damit verbunden zog Michael Blöth zur Familie der Ehefrau nach Gostenhof in die Denisstraße. Im März 1928 kam das erste Kind Stephan auf die Welt.

Am 1. Januar 1929 wurden Michael und Wally Blöth Mitglied in der KPD. Die Ehefrau Wally engagierte sich in der Kinderbewegung der KPD, während sich Michael Blöth im Stadtbezirk Gostenhof politisch einbrachte. Das zweite Kind Heinz kam am 20. November 1931 zur Welt. Kurz zuvor wurde Blöth am 18. November 1931 verhaftet und in U-Haft gesteckt, jedoch zur Geburt des zweiten Sohns wieder entlassen.

Im Jahr 1932 verließ Blöth Nürnberg nach dem Wahlkampf zum Reichstag. Diese Bildungsreise führte ihn in die Sowjetunion für einen Lehrgang des Militärpolitischen Apparates (Am-Apparat) der KPD.[2] Am 12. März 1934 kehrte Blöth wieder nach Deutschland zurück um die Anleitung der Bezirke durch entsprechend geschultes KPD-Personal zu verbessern. Durch einen Spion war es jedoch der Gestapo gelungen in den Apparat einzudringen, so dass Michael Blöth durch einen Verrat am 13. März 1934 um 7.30 Uhr in Berlin verhaftet wurde. In der Gestapozentrale in Berlin wurde er noch am gleichen Tag zu Tode gefoltert. Die Ehefrau Wally Blöth musste im Anschluss nach Berlin fahren, um die Leiche des Ehemannes zu identifizieren. Nach dem Krieg schilderte Wally Blöth dem Sohn Stephan die Situation in Berlin wie folgt: "Ich hätte ihn an einer Narbe an der Stirn erkennen können, doch diese Narbe war nicht zu sehen, denn der Kopf war sehr verletzt. Trotzdem sagte ich, dass es dein Vater sei, denn wenn er es nicht gewesen wäre, hätte dies Schutz für ihn bedeutet.[3]" Eine weitere Aussage bestätigt den Tod Blöths, allerdings wird der Tod einem anderen Zusammenhang geschildert. In einer Publikation des Dietz Verlags, das im Verlagshaus des Neuen Deutschlands angesiedelt ist, wird der Tod Michael Blöths wie folgt geschildert: "Jakob Boulanger schildert in seinem Buch "Eine Ziffer über dem Herzen, Erlebnisbericht aus 12 Jahre Haft", wie er vom Tod Blöths erfahren hat: "Als ich 1934 in Erfurt in Untersuchungshaft war, fragte mich eines Tages der Untersuchungsrichter, Landgerichtsrat Dr. Nitzsche: "Kennen Sie Michael Blöth aus Nürnberg? Ich bejahte. Ich kannte Michael aus seiner Arbeit im Jugendverband. er war von schwacher Konstitution und schwer lungenkrank. Wissen Sie, daß er tot ist? - Nein - Dann will ich Ihnen mal erzählen, wie er gestorben ist. Er war in der Prinz-Albrecht-Straße in Berlin. Bevor die Vernehmung begann, bat er um eine Zigarette. Er bekam sie. Das Fenster stand offen. Er rauchte die Zigarette bis zur Hälfte. Dann lief er blitzschnell zum Fenster und sprang hinaus. Es war das oberste Stockwerk. Er war auf der Stelle tot."[4] Welche Version seine Todes stimmt, ist aktuell nicht bekannt.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Michael Blöth, Wikipedia, abgerufen 13. Februar 2014 Wiki
  2. Deutsche Tscheka. In: Wikipedia. Abgerufen am 13.2.14 Wiki
  3. Ausstellung des Infoladen Benario im Kulturforum Schlachthof am 9. -12. April 2014, Daten und Texte Siegfried Imholz
  4. Hermann Weber/ Andreas Herbst: Deutsche Kommunisten - Supplement zum Biographischen Handbuch 1918 - 1945, Dietz Verlag Berlin, 2013, S. 45 ff.

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