durchführen zu können. Noch lange zogen Rauchschwaden durch die gut besuchte Budengasse. In der „Galerie am Grünen Markt“ stellte der aus Nordrhein-Westfalen stammende Maler Hans Reiner Milsch seine Werke aus. Der Künstler arbeitete meist in gedämpften Farben. Die FN kamen zu dem Schluss: „Technik, Farbenwahl und Phantasie vereinen sich zu einer ausgewogenen Komposition der einzelnen Bilder.“ Donnerstag, 15. Oktober 1981 Nach tagelangen heftigen Regenschauern und Sturmböen beklagten die Schausteller am Ende der Fürther Kirchweih enorme Umsatzrückgänge. Die meisten Fieranten sprachen von etwa 30% weniger Umsatz. Dabei stiegen Verbrauch und Preis für Strom stark an. Insgesamt wurden mehr als 150.000 Kilowattstunden während der elf Tage verbraucht. Dazu waren 260 Zähler installiert und 1100 Meter Kabel verlegt worden. Die Polizei beklagte sich über die Rücksichtslosigkeit der Fürther Autofahrer, die überall parkten, wo Platz war und Geldbußen für falsches Parken lässig in Kauf nahmen. Ihren ganz besonderen Beitrag zur Fürther Kirchweih lieferten die Fürther Mundartautoren Erika Jahreis, Friedrich Ach und Siegfried Reinert: Im Hinterhof der „Kaufhalle“ lasen sie vor frierendem Publikum aus ihren Werken. Freitag, 16. Oktober 1981 Die „Patrizier-Bräu AG“ im Quelle-Konzern ließ in der früheren Humbser-Brauerei eine neue Flaschenwasch- und Abfüllanlage einbauen. Dazu musste man zunächst ein sechs mal sechs Meter großes Loch in der Wand schaffen, um die alte Anlage aus- und die neue einbauen zu können. Die neue Anlage schaffte bei gleichem Platzbedarf 55.000 Flaschen-Abfüllleistung pro Stunde, die alte Anlage aus dem Jahr 1964 nur etwa die Hälfte. Im Festsaal des Burgfarrnbacher Schlosses standen die Kinder des Schickedanz-Kindergartens Spalier, um Grete Schickedanz zu empfangen. OB Scherzer verlieh der Quelle-Chefin in einem feierlichen Festakt die Ehrenbürgerwürde, so wie es der Fürther Stadtrat Tage zuvor beschlossen hatte. Nach Dr. h.c. Gustav Schickedanz und Konsul Max Grundig in der Nachkriegszeit wurde diese Ehrung nun erstmals einer Frau zuteil. Seit 1918 wurde diese höchste Auszeichnung der Stadt Fürth nur an 16 Persönlichkeiten verliehen. Spitzen aus Politik und Wirtschaft sowie der vollzählig vertretene Stadtrat gaben dazu die Kulisse ab. Der Geehrten viel es sichtlich schwer, auszudrücken, was sie an Dankbarkeit in dieser Stunde empfand. Nach dem offiziellen Akt trafen sich die Konzernchefin sowie geladene Gäste noch zu einer Feier im Hotel Forsthaus. Das Fürther Filmprogramm zur Monatsmitte: „Die Klapperschlange“ (Kronprinz – Kino 1), „Yukon“ (Kronprinz- Kino 2), „Terror Eyes“ (Kronprinz- Kino 3), „Das Boot“ (City), „Der Fluch der Sphinx“ (Condor), „Auf dem Highway ist die Hölle los“, 3. Woche (Country) sowie „Die Fälschung“ (Clou). Samstag, 17. Oktober 1981 Am letzten Tag der Fürther Kirchweih (Mittwoch) streiften örtliche Polizisten und Schreibtischtäter der Fürther Stadtverwaltung Fußballtrikots über und kickten auf dem Rasen der Bezirkssportanlage auf dem Schießanger für einen guten Zweck. Die Gesetzeshüter gewannen mit 4:2 Toren. Die Fürther Lebenshilfe konnte sich so über 415 DM freuen. In der „Galerie am Theater“ waren Federzeichnungen und Aquarelle der Künstlerin Renate Höllerer zu sehen. Fettleibige Männer und überdimensioniert korpulente Frauen waren das Markenzeichen der Künstlerin. Die FN schrieben: „Das Element der Satire tritt hier in den Vordergrund.“ Stadttheater Fürth: „Rundfunk-Symphonie-Orchester Krakau“, Konzert. Montag, 19. Oktober 1981 Der junge Fürther Verein zur Pflege des fränkischen Brauchtums hatte zum „erschtn fränkischn Schtadtworschtessen“ eingeladen. Der Saal im „Grünen Baum“ erlebte einen ungeahnten Besucheransturm. Dann erklang Heimatliches in Wort und Gesang. Stars des Abends waren Erika Jahreis und „Spezi“ Klaus Schamberger aus dem östlichen Vorort Nürnberg. 42 Aussteller aus der ganzen Bundesrepublik trafen sich zur ersten Fürther Austellung „Antiquitäten- und Sammlertage“ im Geismannsaal. Schwerpunkt der Verkaufsmesse waren Möbel, Töpfe, Bilder, Schmuck, Bücher und Spielwaren. Die Veranstalter waren mit Besuch und Geschäftsgang zufrieden. Stadttheater Fürth: „Die Woche der Träume“ (Schwarzes Theater Prag). Die SpVgg verlor ihr Auswärtsspiel bei Union Solingen mit 0:1. Damit belegte man nach zwölf Spielen Platz 17 der Tabelle. Dienstag, 20. Oktober 1981 Pausenlose Regenfälle in den letzten Tagen ließen die Flüsse über die Ufer treten. So mussten die Straßen durch den Wiesengrund bei Stadeln, Mannhof und Dambach wieder einmal für den Verkehr gesperrt werden. Bund Naturschutz und Bürgerverein Burgfarrnbach führten alljährlich eine Säuberungsaktion in der Landschaft
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