Reiner Most und Brauereidirektor Dr. Ost mit bändergeschmückten Maßkrügen die frohe Zeit. Danach war mit der Kapelle Blum Jubel, Trubel, Heiterkeit angesagt. In den Budengassen drängte sich bereits am ersten Tag der „Kärwa“ das Fußvolk. Auch die Fahrgeschäfte wie „Enterprise“ oder „Spinne“ waren stets ausgebucht. Bürger im Osten der Stadt protestierten gegen den Wegfall der Haltestelle „Lobitzstraße“. Mit dem Verschwinden der Straßenbahn im Juni mussten die Anwohner die Bushaltestellen „Stadtgrenze“ oder „Jakobinenstraße“ anlaufen, was insbesondere den älteren Mitbürgern Schwierigkeiten bereitete. Die SpVgg gewann bei ihrem Heimspiel im Ronhof vor 4300 Zuschauern gegen den VfL Osnabrück mit 3:1. Tore für Fürth durch Denz, Fink und Hinterberger. Damit belegte man nach elf Spieltagen Rang 16 der Tabelle. Dienstag, 6. Oktober 1981 Die frühere Fürther Operettendiva Herta Witt beging ihren 80. Geburtstag. Die Hamburger „Deern“ war 1939 an das Fürther Theater gekommen. Sie sagte Mitte der 50er Jahre der Bühne ade. Herta Witt war Fürtherin geworden, nachdem sie nach einem Bombenangriff auf Hamburg Hab und Gut verloren hatte. Seit Jahren wohnte sie in der Voltastraße 5 auf der Hardhöhe und wurde vom Fürther Theaterpublikum noch immer auf ihre ehemaligen Rollen angesprochen. Nach einem größeren Umbau öffnete in der Hirschenstraße 15 die Metzgerei „Sellerer-Schuster“ wieder ihre Pforten. Der Betrieb wurde 1930 von Josef Sellerer gegründet. Jetzt führten die Schwäger Erich Sellerer und Rudolf Schuster die Metzgerei in der Altstadt. Der Verkaufsraum mit etwa 50 qm konnte nun auch einen größeren Ansturm von Kunden verkraften. Stadttheater Fürth: „Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan“ (Konzertdirektion Schlote Salzburg). Mittwoch, 7. Oktober 1981 Die SpVgg hatte sich in ihrem Tribünengebäude einen „Interaktionsraum Kleeblatt-Treff“ zugelegt. An den Wänden hingen Bilder ehemaliger Fürther Meisterteams sowie unzählige Wimpel. Hier trafen sich vor den Heimspielen geladene Gäste wie Politiker oder Unternehmer mit ehemaligen Spielern der SpVgg wie Heiner Auer, Paul Röschke, Karl Mai, Herbert Erhardt, Werner Schneider, Max Appis usw. Man hoffte damit das Interesse von Wirtschaft und Politik an der SpVgg fördern zu können. Ein nicht alltäglicher Test im Windschatten der Fürther Kirchweih ging vor dem Betten-Fachgeschäft Bauernfeind am Königsplatz über die Bühne. Eine acht Tonnen schwere Straßenwalze stellte vor den staunenden Zuschauern unter Beweis, dass der Federkern einer Schlaraffia-Matratze trotz mehrfachen Befahrens mit der Walze nicht zerstört werden konnte. Donnerstag, 8. Oktober 1981 Die Schülerverbindung „Abituria“ feierte ihr 81. Stiftungsfest. Zwölf Oberprimaner des heutigen HeinrichSchliemann-Gymnasiums hatten am 22. September 1900 den Freundschaftsbund gegründet. Referenz an die Jugend: Der beste Abiturient des Jahrgangs 1981 am Heinrich-Schliemann-Gymnasium erhielt einen Buchgutschein über 200 DM. Er hatte das Abitur mit einem Notendurchschnitt von 1,6 geschafft. Nervenkitzel pur: Zum ersten Mal stand auf der Fürther Kirchweih das Superschiff „Santa Maria 1“ der Familie Gugel und sorgte für gellende Schreie vor allem der weiblichen Fahrgäste. Für Kinder kostete die Fahrt 2,-- DM, für Erwachsene 2,50 DM. Der Fahrspaß dauerte zwei Minuten, die sehr lang werden konnten. 56 Personen fanden auf dem Schiff Platz. Die benötigte Grundfläche des ausschwenkenden Schiffs betrug 25 m. Die „Santa Maria“ glitt auf Luftkissen fast lautlos über die Schienen. Gebaut wurde das stählerne Ungetüm bei der Firma Schwarzkopf im schwäbischen Münsterhausen. Freitag, 9. Oktober 1981 Sieg für „Apollo-Optik“ von Quelle: Über die Apollo-Läden (zugehörig zu Foto-Quelle) verkaufte Quelle viele Brillenmodelle ohne Preisaufschlag zum Satz der Allgemeinen Ortskrankenkassen. Bei den normalen Optikern musste der Kunde auf die gleichen Brillen einen Zuschlag von durchschnittlich 250 DM bezahlen. Der Zentralverband der Augenoptiker zog deshalb gegen die Billigkonkurrenz aus Fürth wegen Verzerrung des Wettbewerbs vor Gericht. Apollo biete nur unteres Konsumniveau und kaum Service. Doch das Gericht entschied zugunsten von Quelle. Apollo-Optik konnte somit seinen Siegeszug fortsetzen. Als feste Bank für das Deutsche Jugendherbergswerk (DJW) hatten sich über Jahre hinweg die Fürther Schulen profiliert. Wie jetzt für das Vorjahr statistisch festgestellt wurde, konnten die Kinder bei der Sammlung 1980 wieder das höchste Pro-Kopf-Ergebnis (knapp 33 Pfennige) in Bayern erzielen. Herausragend wie schon in den Vorjahren: Die Hans-Böckler-Schule mit einem Sammelergebnis von 12.628 DM. Das Fürther Unternehmen „Uvex“, weltweiter Marktführer beim Verkauf von Skibrillen, festigte auf der Internationalen Sportmesse (Ispo) in München seine Marktstellung. Uvex produzierte außer in Fürth auch in Lederdorn (Bayerischer Wald) sowie in Missisauga (Kanada) und Smithfield (USA). Uvex vergrößerte seinen Umsatz von 54,5 Mio DM im Jahre 1976 auf etwas über 100 Mio DM im Jahre 1980.
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