Freitag, 28. März 1980 Eine „Hommage an das Stadtdenkmal Fürth“ konnte man im Heinrich-Schliemann-Gymnasium bewundern. Es handelte sich dabei um eine Fotosafari durch die Fürther Denkmalschutzliste. Neben den Fassaden wurden auch typische Fürther Hinterhöfe gezeigt – verwinkelt, heimelig, gemütlich. Verantwortlich zeichneten für die Fotografien Roland von Frankenberg, Lothar Berthold und Chris Weise. Nachdem er elf Jahre an der Heilig-Geist-Kirche auf der Fürther Hardhöhe tätig war, wurde Pfarrer Olaf Kleinniessen von Gemeinde und Kirchenvorstand feierlich verabschiedet. Er kümmerte sich ab sofort in Erlangen um die Krankenhausseelsorge. Der frühere Pfarrer Otto Seiter bot in einem herzlich gehaltenen Brief seine Hilfe bei etwaigen Schwierigkeiten bei der Wiederbesetzung der Pfarrstelle an. Samstag, 29. März 1980 Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst wurden härter. Arbeiter des städtischen Bauhofs und der Müllabfuhr legten für eine halbe Stunde die Arbeit nieder und verlegten ihre Frühstückspause in das Fürther Gewerkschaftshaus. Ebenso trat das Bühnenpersonal des Fürther Stadttheaters kurz vor Aufführungsbeginn in einen 25-minütigen Proteststreik. Den öffentlichen Arbeitgebern sollten die kurzen Streikmaßnahmen die Kampfbereitschaft der Beschäftigten zeigen. VHS-Direktorin Ruth Stäudtner feierte ihren 60. Geburtstag. Sie leitete die Fürther Bildungseinrichtung schon seit 33 Jahren. Für die Erwachsenenbildung war sie die Frau der ersten Stunde. OB Dr. Bornkessel hatte sie 1947 vom Studium weg (cand.phil.) geholt für die Nachkriegs-Neugründung der VHS. Montag, 31. März 1980 Der Schulweg wurde sicherer: An der Friedrich-Ebert-Straße in Höhe der Volksschule sowie in Vach in Höhe der Zedernstraße wurden Druckknopf-Ampeln angebracht. Der Fürther Stadtrat hatte die Maßnahmen von je 21.000 DM abgesegnet. In den Fürther Grund- und Hauptschulen konnte es künftig noch mehr singen und klingen: In zehn Schulklassen mit besonders großen Schülerzahlen wurden vom Schulreferat Orff-Instrumente im Wert von 10.000 DM übergeben. Die kommunalen Kassen waren immer noch gut gefüllt. Stadttheater Fürth: „Slowakisches Kammerorchester“, Konzert. Die SpVgg gewann ihr Heimspiel im Ronhof vor 2200 Zuschauern gegen den FSV Frankfurt mit 4:2. Tore für Fürth durch Ritschel, Rütten, Bulut und Stempfle. Damit verbesserte man sich auf Rang sechs der Tabelle. Dienstag, 1. April 1980 Neben den Angehörigen fanden sich auch offizielle Vertreter der Stadt Fürth, um der Trauerfeier für den Chirurgen Dr. Fritz Gastreich beizuwohnen. Dieser war im Alter von 84 Jahren in München verstorben. Dr. Gastreich hatte in den letzten Kriegstagen mutig rettend in die Geschicke Fürths und seiner Bevölkerung eingegriffen. Er hatte großen Anteil daran, dass Fürth im April 1945 den Amerikanern kampflos übergeben wurde. Dr. Gastreich, der in der Stadt eine Privatklinik betrieb, gehörte einer kleinen Fürther Widerstandsgruppe mit dem Decknamen „Doktor“ an. 1958 hatte Dr. Stutzbach die Klinik seines Kollegen übernommen. In Burgfarrnbach konnte die Fußgängerunterführung an der Würzburger Bahnlinie zur Benutzung freigegeben werden. Der Autoverkehr über den „Breiten Steig“ war dagegen noch nicht möglich. Mittwoch, 2. April 1980 Fast einhundert Jahre deutscher Film- und Kinogeschichte schlummerten in einem alten Zirkus-Wohnwagen auf einem Poppenreuther Lagerplatz. Der Schausteller Milos Silvas hatte dieses Filmarchiv, angefangen von Stummfilmen aus den zwanziger Jahren bis zu den Wochenschauen der letzten Kriegstage, liebevoll gepflegt. Jetzt erwarb das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt diese historischen Flimmerkisten und sicherte sich gleichzeitig die Dienste Silvas. Der Fürther Stadtrat beschloss den Finanzplan und das Investitionsprogramm 1980 bis 1983. Dabei hatte die Abwicklung begonnener Vorhaben Vorrang. Eine Neuverschuldung sollte nur in Ausnahmen erfolgen. Im Fokus dieser vier Jahre standen die neue Stadthalle, der Umbau des Krankenhauses, die U-Bahn, der Neubau der Berufsschule IV und die Verlegung des Bauhofes an die Mainstraße. Donnerstag, 3. April 1980 Kurz vor dem 50. Geburtstag wurde die kleine katholische Herz-Jesu-Kirche in Mannhof von Grund auf renoviert. Die Maßnahme schlug mit etwa 100.000 DM zu Buche, von denen die Gemeinde 10.000 DM aufbringen musste. Das Fürther Filmprogramm zum Monatsbeginn: „Zwei wie Pech und Schwefel“ mit Bud Spencer und Terence Hill (Kronprinz-Kinocenter I), „Die Brücke am Kwai“ mit Alec Guinness und William Holden (Kronprinz-Kinocenter II), 16
Seite:Kuntermann 1980.pdf/16
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