Kleeblattstadt noch keine „Baumschutzverordnung“. Geschützt werden sollten alle Bäume mit einem Stammumfang ab 60 Zentimeter, gemessen einen Meter über dem Erdboden sowie alle Sträucher mit mindestens drei Jahren Wachstum. Wer vorsätzlich oder fahrlässig die unter Schutz stehenden Pflanzen beschädigt oder abholzt, sollte mit einer Geldbuße bis zu 50.000 DM belegt werden. Der Entwurf wurde an die Fürther Stadtväter weitergeleitet. Die Initiativgruppe zur Rettung des Bahnhofplatzes hatte bisher 3500 Unterschriften gesammelt, um Alternativvorschläge zur städtischen Verkehrskonzeption verwirklichen zu können. Als Ziel hatte man sich 10.000 Unterschriften gesetzt. Auch der Bund Naturschutz und der Bürgerverein Altstadtviertel St. Michael hatten sich für die Alternativvorschläge stark gemacht, um eine neue Betonfläche zu vermeiden. Montag, 24. März 1980 Im Foyer des Fürther Stadttheaters stellte der polnische Maler und Bühnenbildner Jerzy Lawacz seine Bilder aus. Zur Eröffnung kam der Meister selbst. Die FN kamen zu der Erkenntnis: „Was der Intellekt verschlüsselt und abstrahiert, bricht in den fesselnden Farbsignalen umso spontaner durch.“ Der Fürther Stadtrat bewilligte knapp 200.000 DM für Umbauten im Krankenhaus. Die baulichen Maßnahmen betrafen die Urologie, den „Q“-Bau und die Geburtshilfeabteilung. Stadttheater Fürth: „Veranstaltung der Musischen Woche“ (Schulreferat Stadt Fürth). Die SpVgg verlor ihr Auswärtsspiel beim SV Darmstadt 98 sang- und klanglos mit 0:2. Damit verschlechterte man sich auf Rang sieben der Tabelle. Dienstag, 25. März 1980 Die beiden Leistungsträger der SpVgg, Klaus Heinlein und Edi Kirschner, hatten ihr letztes Spiel für das Kleeblatt bestritten. Nachdem beide bei den kanadischen Edmonton Drillers Profiverträge unterschrieben hatten, kam es zum Zerwürfnis mit dem Präsidium der SpVgg. Kirschner und Heinlein wurden sang- und klanglos aus der RonhofArena verabschiedet. Beide fühlten sich vor den Kopf gestoßen, weil man ihnen die Leistungsprämie um 25% kürzte, da sie durch die schnelle Verabschiedung nur in 28 Pflichtspielen mitwirken konnten. Sichtlich zähneknirschend stimmte der Fürther Stadtrat einer Erhöhung des Gaspreises zum 1. April 1980 zu. Je nach Tarif betrugen die Steigerungen zwischen 7% und 18%. Hier zeigte sich die Ohnmacht der Kommune gegenüber der Ruhrgas AG. St. Bürokratius ließ grüßen: Trabende Pferde im Fürther Stadtwald benötigten jetzt eine Plakette mit Nummer. Die „Zulassungsplakette“ kostete nichts, war jedoch für das kostenlose „Betretungsrecht“ für die Reiter aufgrund der Reiterverordnung notwendig. Stadttheater Fürth: „Artistik 2001“, Varieté-Show (Sitzmann Erlangen). Mittwoch, 26. März 1980 Quelle-Chefin Grete Schickedanz eröffnete im Fürther Quelle-Warenhaus in Anwesenheit des griechischen Konsuls eine griechische Woche. Dabei wurden in den Quelle-Märkten Nürnberg, Fürth und Erlangen typische griechische Lebens- und Genussmittel angeboten, darüber hinaus auch Keramik und Textilien. Auf den Speisekarten der Kaufhaus-Restaurants standen überwiegend griechische Spezialitäten. Der erste Bauabschnitt des neuen Fürther Postamtes war nun im Rohbau fertig. Das Richtfest lief „in kleinem Rahmen“ ab, denn das Hauptrichtfest war erst für 1983 vorgesehen, wenn der zweite Bauabschnitt mit dem eigentlichen Hauptgebäude an der Reihe war. Mit dem jetzigen Rohbau hatte man 1979 begonnen. Man rechnete mit 3,5 Mio DM an reinen Baukosten. Das hässliche Gebäude sollte eines Tages 25.000 Beschaltungseinheiten für Fernsprechteilnehmer aufnehmen. Die Kosten allein für dieses elektronische Wählsystem betrugen 13 Mio DM. Stadttheater Fürth: „Modenschau“ (Modehaus Fiedler Fürth). Donnerstag, 27. März 1980 Die Umsatzerwartung der Fürther Firma „Uvex“ lag für 1980 bei 90 Mio DM. Uvex beschäftigte 1980 schon über 1000 Mitarbeiter und seit 1976 wuchs der Umsatz von 54,4 Mio DM progressiv an. Bei hartbeschichteten kratzfesten Skibrillen war Uvex unumstrittener Marktführer. Jährlich verkaufte Uvex etwa 5 Millionen Stück davon. Ein neues „off-limits“? In einem Leserbrief an die FN beschwerte man sich über ausländerfeindliche Fürther Wirte. Ein deutsches Ehepaar hatte sich in einem Lokal in der Gustavstraße mit einem griechischen Bekannten zum Essen verabredet. Das Ehepaar saß bereits im Lokal, als der seit 17 Jahren in Fürth lebende ehrbare griechische Geschäftsmann erschien. Ihm wurde der Zutritt verweigert. Eine Beschwerde bei den Wirtsleuten wurde mit der Bemerkung abgetan, „man könne aus Prinzip keine Ausländer im Lokal dulden.“ Für die nächsten vier Jahre entwickelte sich die Fürther Kläranlage zu einer einzigen Baustelle. Allein 1980 wurden die beiden alten Faulbehälter und das kaputte Maschinenhaus (alles aus dem Jahr 1953) überholt und saniert. Die Renovierung des Maschinenhauses war mit 130.000 DM kalkuliert, die Sanierung der Faulbehälter (AeroAccelatoren) mit 800.000 DM. Stadttheater Fürth: „Der Idiot“, Schauspiel von Dostojewski (Berliner Tournee). 15
Seite:Kuntermann 1980.pdf/15
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