Quelle-Katalog umfasste 1166 Seiten und erschien in einer Auflage von 8,2 Millionen Stück. Neben den großen Quelle-Warenhäusern gab es mittlerweile ein Netz von mehr als 2000 Bestellagenturen. Im Fritz-Rupprecht-Altenheim der AWO in Burgfarrnbach existierte keine Hausordnung. Dafür kümmerte sich ein „Heimbeirat“ um die Verwaltung und Organisation. Die sechs von den Bewohnern gewählten Beiräte bildeten die Kontaktstelle zwischen Bewohnern und Heimleitung. Die Bewohner selbst konnten mit ihren Sorgen und Wünschen den Heimbeirat aufsuchen, zu einem Mitbewohner sprach es sich schließlich leichter. Die einzig gültige Hausordnung hieß „Rücksicht“. Der bekannte Fürther Maler Hans Langhojer bemalte das Treppenhaus der Lebenshilfe nahe der Alten Veste. Die Bilder, die direkt auf den spröden Beton gemalt waren, zeigten acht verschiedene Handwerksberufe. Zuvor schon hatte Langhojer Bemalungen am Möbelhaus „Franken-Wohnland“ an der Seeackerstraße durchgeführt. Wiederum wurden Einrichtungen im Sportpark Ronhof mutwillig demoliert. Nachdem im Januar drei neu erworbene Trainerbänke zerstört wurden, zerschlugen diesmal Rowdys nachts die Glasscheiben eines Kassenhäuschens am Laubenweg. Samstag, 23. Februar 1980 Die neue Doppelturnhalle der Dr.-Gustav-Schickedanz-Schule auf der Schwand wurde offiziell eingeweiht. Nach 15-monatiger Bauzeit entstand eine Sporthalle aus Betonfertigteilen von 27 mal 30 Metern Ausdehnung, dazu ein 35 qm großer Konditionsraum sowie 18 Nebenräume. Die Halle kostete samt Außenanlagen 4,3 Mio DM. Ein von Schülern vorgetragener Sketch mündete in einen Dank an die Familie Schickedanz, die aufgrund ihrer großherzigen Millionenspende die Sporthalle erst möglich gemacht hatte. Die Großzügigkeit von Frau Grete Schickedanz wurde deshalb in den offiziellen Reden besonders hervorgehoben. Die Fürther Polizei ärgerte sich über die Mitarbeiter des Stadtgartenamtes, die im Stadtpark mit der Beseitigung der Nazi-Schmierereien begonnen hatten, ehe die Polizei Spuren sichern konnte. So wurde die Tätersuche unnötig erschwert. Stadttheater Fürth: „Internistischer Fortbildungstag“ (Ärztlicher Kreisverband Gürth). Montag, 25. Februar 1980 OB Scherzer überreichte im Sitzungssaal des Fürther Rathauses die Geldprämien an die 26 siegreichen Kinder im Malwettbewerb „Hinterhöfe – Kinderhöfe“, den die Fürther Nachrichten in Zusammenarbeit mit dem städtischen Jugendamt veranstaltet hatten. Dazu gab es ein dickes Lob für die Ideen und die 432 jungen Teilnehmer. Hilfe im Paragrafen-Dschungel: In einer Auflage von 5000 Stück brachte die Abteilung Städtebauförderung des Fürther Bauamtes eine Informationsschrift für Hauseigentümer heraus. Darin wurde über Förderprogramme und Steuervorteile informiert. Die SpVgg verlor ihr Auswärtsspiel bei Wormatia Worms mit 1:3. Das Tor für Fürth erzielte Kirschner. Trotz der Niederlage blieb man auf Platz sechs der Tabelle. Dienstag, 26. Februar 1980 Der „Verwaltungsbericht 1979“ gab Rechenschaft über die Tätigkeit der 3450 Fürther Stadtbediensteten. So wurden z.B. auf dem Gebiet des Lebensmittelrechts 1934 Betriebskontrollen durchgeführt, 481 Petri-Jüngern die Erlaubnis zum Angeln erteilt, eine Transvestiten-Show genehmigt, 560 Ehen geschlossen und 108 Feststellungen zur Vaterschaft veranlasst. Vom Sozialamt bekamen 2958 Personen regelmäßig Hilfe. In der Pegnitzstraße 37-39 eröffnete die Firma Engelmann & Träger Fürths erste Autogas-Zapfanlage. Es handelte sich um eine Flüssiggas-Tankstelle vom Typ „Tyczka-Motorgas“. Insbesondere Modelle des Auto-Herstellers Talbot fuhren mit diesem Gas. Zu Beginn des Jahres 1980 gab es erst knapp 100 Motorgas-Tankstellen in der Bundesrepublik. Flüssiggas galt als umweltfreundlich und preisgünstig. Der Liter kostete damals 82 Pfennige. In den Autos waren die Gasbehälter raumgreifend im Kofferraum untergebracht. Stadttheater Fürth: „Gespenster“, Schauspiel von Ibsen (Bühne 64 Zürich). Mittwoch, 27. Februar 1980 Die FN erinnerten in einem Artikel an den 30. Todestag des langjährigen Fürther Stadtoberhauptes Dr. Robert Wild. Dieser hatte von 1914 bis 1933 der Stadt einen großen Aufschwung verliehen. Dr. Wild genoss große Wertschätzung in allen Fürther Bevölkerungskreisen. Am 16. März 1933 zog eine von Nazis aufgeputschte Menge zu seiner Dienstwohnung, um seinen Rücktritt zu fordern. Da er gerade eine Theateraufführung besuchte, zog die aufgehetzte Menge zum Stadttheater und eine Abordnung überbrachte ihm die „Rücktrittsforderung des Volkes“ in seine Loge. Dr. Wild musste am 17. März zwangsweise einen Urlaub antreten und wurde am 1. Mai 1933 vom NSDAP-Kreisleiter Jakob ersetzt. Dr. Wild starb 1950 in Regensburg. In Anbetracht seiner Verdienste (z.B. neues Krankenhaus, Straßenbahn, Eingemeindung diverser Vororte) wurde in Fürth eine Straße nach ihm benannt. Donnerstag, 28. Februar 1980 10
Seite:Kuntermann 1980.pdf/10
Aus FürthWiki