Jahren wählten ihn seine Kollegen dann zum Vertrauensmann. Mittwoch, 3. September 1980 CDU-Nordlicht Walther Leisler-Kiep griff in den bayerischen Wahlkampf ein. Seine erste Station war die Fürther Fußgängerzone, wo sich der niedersächsische Finanzminister der Diskussion mit den Bürgern stellte. Dauerregen verkürzte seinen Auftritt. Eine Zirkus-Schau der Superlative: Auf dem Platz an der Poppenreuther Straße gastierte Zirkus Busch-Roland. Vor Beginn der ersten Vorstellung zog eine riesige Tiergruppe durch die Innenstadt, um die Fürther in den Zirkus zu locken. Mit Erfolg, denn bei der Premiere umsäumten 3000 Fürther die Manege und sahen viele akrobatische Attraktionen und glänzende Tiernummern. Rauschender Beifall von begeisterten Zuschauern. Das Bekleidungshaus Wöhrl pachtete das Anwesen des alteingesessenen Modehauses Hofmann & Wagner. Ab dem Frühjahr 1981 wollte man in dem Anwesen an der Schwabacher Straße 11 einziehen. Hofmann & Wagner schloss mangels Nachfolger. Sohn Conny Wagner hatte sich ganz der Musik verschrieben, seine Schwester Angelika (ehemalige Deutsche Meisterin im Eiskunstlauf) zeigte ebenfalls kein Interesse. Donnerstag, 4. September 1980 Seit 21 Jahren war Wilhelm Wohlrab ein gefragter Mann. Jetzt feierte der Fürther VdK-Kreisgeschäftsführer seinen 60. Geburtstag. Stets geduldig und freundlich hörte er sich die Sorgen von Kriegsbeschädigten, Behinderten und Sozialrentnern an und half, wo er konnte. Wohlrab wirkte auch als Rechtsbeistand beim Sozialgericht und focht bis 1980 schon mehr als 1000 Fälle aus. Die Motorisierungswelle hinterließ im Stadtgebiet Fürth deutliche Spuren: Zum Stichtag 31. Dezember 1979 waren in Fürth 38.952 Kraftfahrzeuge gemeldet, im Landkreis Fürth 40.180. Die Vergleichszahlen zu 1974: 32.103 bzw. 28.623. Demnach hatte sich im gleichen Zeitraum die Kfz-Dichte in Fürth von 360 auf 452 pro 1000 Einwohner erhöht, im Landkreis Fürth von 309 auf 397 pro 1000 Bürger. Das traditionsreiche Fachgeschäft Friedrich Schmidt (Sanitär- und Elektroinstallation) zog von der Schwabacher Straße 5 ½ in die Königstraße 97 um. Das Geschäft wurde 1909 gegründet und hatte schon mehrere Generationen der „Schmidts“ überdauert. Jetzt stand man in Konkurrenz mit den großen Baumärkten – keine rosigen Aussichten. Freitag, 5. September 1980 Der alljährliche „Tag der offenen Tür“ im Rahmen der Ferienbetreuung bei der SpVgg im Ronhof stieß bei den fußballbegeisterten Jungen wieder auf ein lebhaftes Echo. 70 Buben waren dem Aufruf der SpVgg gefolgt und machten begeistert mit. Trainer Schulte wurde von einigen Lizenzspielern assistiert. Am Ende gab es ein Elfmeterschießen gegen Torhüter Roland Kastner und einen kleinen Imbiss. Das Fürther Filmprogramm zum Monatsbeginn: „Die Seewölfe kommen“ mit Roger Moore und Gregory Peck (Kronprinz-Kinocenter I), „Das Erbe der 18 Bronzekämpfer“ mit Cliff Lock und Pai Ying (Kronprinz-Kinocenter II), „Erstes Öffnen junger Lippen“ mit Sigrid Cellier und Cris Martin (Kronprinz-Kinocenter III), „Die Aussteigerin“ mit Maria Schneider und Daniel Duval (Clou), „Kleine Biester“ mit Kristy McNichol und Talum O`Neal (Country), „Nebel des Grauens“ mit Tom Welling und Maggie Grace (City) sowie „Cruising“ mit Al Pacino und Karen Allen (Condor). Samstag, 6. September 1980 Im Fürther Grünflächenamt mehrten sich die Sorgen: Sachbeschädigungen und Pflanzenfrevel in Stadtpark und Grünanlagen hatten in der letzten Zeit bedrohliche Ausmaße angenommen. Seit 30 Jahren nahm die Zerstörung nahezu jährlich zu. So wurden auf Spielplätzen Schrauben von Schaukeln gelockert, Leuchtständer von MinigolfAnlagen herausgerissen und zertrümmert, Bäume angesägt, Bänke umgeworfen, Försterzäune an Kindergärten umgelegt und teilweise zu Kleinholz gemacht, durch 20.000 Zierpflanzen neben der Auferstehungskirche mit Rädern querfeldein gefahren oder Parkleuchten im Stadtpark zerschlagen. Ratlosigkeit machte sich breit. Während zu Großvaters Zeiten ein zur Wohnung gehörender Balkon noch reiner Luxus war, entstanden 1980 kaum noch Neubauten ohne große Balkone oder Loggien. Zu sehen jetzt bei den neuen Gebäuden im Bereich der Fürther Altstadtsanierung. Viele eng aneinander gebaute Loggien erinnerten an Waben in einem Bienenstock, auskragende Balkonwölbungen an Theatergalerien für Stehplätze. Montag, 8. September 1980 Die Fürther Arbeiterwohlfahrt weitete ihre „Mobile Soziale Hilfsdienste“ (MSHD) aus. Seit dem 1. September waren weitere fünf Zivildienstleistende im Einsatz, die Alten und Behinderten im Stadtgebiet Fürth mit allen nur denkbaren Hilfen und Handreichungen zur Seite standen. Der Dienst verfügte dafür über elf Fahrzeuge. Die „helfenden Engel“ arbeiteten gegen eine geringe Stundengebühr (gestaffelt je nach Vermögenslage zwischen 2,-- DM und 7,50 DM). Die Einsätze wurden im AWO-Haus an der Hirschenstraße 24 koordiniert. Bei ihrem Auswärtsspiel verlor die SpVgg beim SVW Mannheim unglücklich mit 1:2. Das Tor für Fürth erzielte Weber. Damit belegte man Rang elf der Tabelle. Der Schiedsrichter hatte Mannheim in sehr vielen Fällen 41
Seite:Kuntermann 1980.pdf/41
Aus FürthWiki