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Freitag, 22. August 1980 Die denkmalgeschützte Pfarrscheune im Garten des Pfarramtes Poppenreuth wollte man – wie damals üblich – zu einem Gemeindezentrum ausbauen. Es sollten ein Gemeindesaal und Räume für kirchliche Gruppen entstehen. Die finanzielle Situation der Kirchengemeinde erlaubte im Augenblick allerdings nur die Sicherung der Bausubstanz. Der Lieferverkehr in der Fürther Innenstadt spielte sich meist „im Verbotenen“ ab. Da wurde auf Gehsteigen geparkt, direkt vor einer Ampel der LKW abgestellt oder der Rechtsabbiegerverkehr blockiert. Die Polizei drückte meist ein Auge zu, war die Anlieferung an Geschäfte doch häufig schwierig. Die wenigsten Anlieferer hatten eine städtische Ausnahmegenehmigung. Die gab es im Stadelner Rathaus an der Stadelner Hauptstraße 96. Doch erteilte man dort mehr Absagen als Genehmigungen. So durfte z.B. ein Metzger auf dem Gehsteig vor seiner Metzgerei halten, um auszuladen. Schweine- oder Rinderhälften konnte man schlecht von weit entfernten Parkplätzen herantragen. Samstag, 23. August 1980 Wieder Ärger um Lärm: Für Manöver wurden an der Waldstraße US-Panzer auf Eisenbahnwaggons verladen. Normalerweise kein Problem, doch die Amerikaner begannen mit ihren Arbeiten um 3 Uhr nachts. Sie benutzten auch nicht den neuen Ausgang an der Fronmüllerstraße, sondern ließen die Kettenfahrzeuge über die Fronmüllerund Waldstraße bis zur Balbiererstraße heranrollen, was auf der gesamten Strecke zusätzlichen Lärm verursachte. Nach Beschwerden durch die Stadt Fürth bemühten sich die Amerikaner um eine bürgerfreundlichere Koordinierung ihrer Arbeiten. Im Jahr 1980 erhielten sieben Fürther Bürger von der Stadt Fürth Preise für gelungene Renovierungen ihrer Häuser. Die städtische Prämie betrug je Anwesen 1250 DM. Eine Jury aus Stadträten und Architekten hatte die Objekte ausgesucht. Die meisten Häuser lagen in der Fürther Altstadt, darunter auch das Haus mit dem „Goldenen Schwan“. OB Scherzer überreichte den Hausbesitzern im Rathaus die Prämien. Die Farbtupfer im einstigen Fürther „Grau“ wurden zahlreicher. Montag, 25. August 1980 Der damals sehr bekannte Fernsehkomiker „Didi“ Hallervorden kam zu Filmaufnahmen für einen Werbefilm in das Quelle-Kaufhaus an der Fürther Freiheit. Hier stieg er klitschnass aus einer Quelle-Waschmaschine. Das Lachen der Umstehenden wurde dabei immer weniger, je öfter die Szene gedreht werden musste. Der Schlamm aus der Kläranlage der Stadt Fürth war viele Jahre lang ein stark nachgefragtes Düngemittel. Seit einigen Jahren wurde davon aber nichts mehr verkauft. Der Schlamm war so mit Schwermetallen angereichert, dass er zu nichts mehr nütze war. Die täglich entstehenden etwa 350 Kubikmeter Nassschlamm wurden jetzt maschinell getrocknet und in der Mülldeponie in Atzenhof abgelagert. Die SpVgg gewann ihr Heimspiel im Ronhof vor 4000 Zuschauern gegen den SSV Ulm 1846 mit 2:0. Tore für Fürth durch Stempfle und Klein. Damit verbesserte man sich wieder auf Rang fünf der Tabelle. Dienstag, 26. August 1980 Für ein Auswärtsspiel der SpVgg war Generalstabsarbeit notwendig. Dies begann mit der Bestellung des Reisebusses und endete mit Kaffee, Tee und Kuchen bei der Heimfahrt. Anhand einer Check-Liste wurden stets zwei Garnituren kompletter Trikots (gewaschen von der Frau des Platzwarts) samt Hosen und Stutzen an Bord genommen, dazu die gleiche Anzahl Trainingsanzüge und Schuhe. Zeugwart Hans Bach schraubte vor Ort dann die richtigen Stollen auf. Lizenzspieler-Obmann Liebel führte dann noch eine Umhängetasche mit den Spielerpässen sowie Geld für eine Einkehr mit sich. Auch einige Kästen Limonade und ein (!) Kasten Bier (nur für die Rückfahrt) wurden stets in den Bus eingeladen. Der Fürther Stadtpark hatte eine neue Attraktion: Baudirektor Matuschowitz eröffnete mit ein paar klassischen Zügen ein neues Riesenschachspiel, das ab sofort allen interessierten Schachspielern hinter dem Minigolfplatz zur Verfügung stand. Mittwoch, 27. August 1980 Der in der Mozartstraße in Fürth wohnende Naturschutz-Beauftragte Hubert Weiger bewirtschaftete in seinem Reihenhausgrundstück an der Mozartstraße einen „ökologischen Garten“. Dabei wucherten Bäume und Sträucher ungeordnet vor sich hin. Nicht weniger als 40 verschiedene Pflanzenarten hatten sich innerhalb kurzer Zeit angesiedelt. Pflanzenvielfalt mit natürlichen Lebensräumen für Kleinlebewesen statt Rasen-Monokultur mit chemischer Giftwirtschaft. Die FN erinnerten in einem Artikel an die Inbetriebnahme der Nebenbahnlinie von Fürth nach Zirndorf im Jahre 1890. Drei Jahre später erfolgte die Weiterführung nach Cadolzburg. Die Bahn wird auch heute noch von Schülern und Berufspendlern genutzt. Seltene Gäste beherbergte die Diskothek „Ritzmannshöfer Bungalow“: Die 33 tschechischen Kinder aus dem 39