reger Betrieb. Das Fürther Sommerbad am Scherbsgraben war Austragungsstätte der bayerischen Jahrgangsmeisterschaften im Schwimmen für die Jahrgänge 1967-71. Dabei stellten 81 Vereine insgesamt 1250 Teilnehmer. Die SG Fürth leistete dabei mit ihren vielen freiwilligen Helfern eine glänzende Vorarbeit. Die SpVgg gewann ein Saison-Vorbereitungsspiel beim B-Klassisten ATV Nürnberg standesgemäß mit 13:1. Tore für Fürth durch Orf (3), Weber (3), Klement (3), Stempfle und Torwart (!) Kastner. Tage vorher hatte man sich bei einem 2:0 bei Postbauer-Heng und einem 1:0 in Merkendorf recht schwerfällig und glanzlos über die Runden gequält. Freitag, 11. Juli 1980 Der „Fürther Wassersporttag“ zeigte wieder einmal, was in Verbindung mit Wasser alles so möglich ist. Trotz des wenig einladenden Wetters hatten sich doch zahlreiche Fürther zum Sportbad am Scherbsgraben aufgemacht, um die Darbietungen verschiedener Vereine zu begutachten. Streckentauchen über 25 m gehörte ebenso dazu wie das Springen im Kanu (!) vom Drei-Meter-Brett. 23 Jahre lang war Georg Rückel der gute Geist des Fürther Rathauses, jetzt wurde der Hausmeister von OB Scherzer in den Ruhestand verabschiedet. Rückel war für Fahne, Turmuhr, Putzfrauen, Getränkeversorgung für Gäste, Parkplätze im Hof usw. von täglich 5 bis 20 Uhr verantwortlich. Als sich nach der Gebietsreform 1972 die Zahl der Stadträte von 42 auf 50 erhöhte, war es Rückels Idee, den Saal entsprechend anders umzubauen. Samstag, 12 Juli 1980 Die katholische Gemeinde St. Heinrich feierte ihr 70-jähriges Bestehen. Mit den Festlichkeiten verbunden war der erste Spatenstich für das neu geplante Pfarrzentrum schräg gegenüber der Kirche. St. Heinrich wurde am 23. Oktober 1910 als zweite katholische Kirche Fürths eingeweiht. 1910 zählte die katholische Gemeinde 16.124 Mitglieder. Die bis dahin einzige Kirche war „Zu Unserer Lieben Frau“ am Hallplatz. Torjäger Werner Seubert von der SpVgg konnte endlich wieder am Training teilnehmen. Er war seit 12. März krankgeschrieben. Mannschaftsarzt Dr. Mayhofer und Masseur Wolff hatten endlich die Ursache der Schmerzen gefunden und erfolgreich bekämpft: Eine Entzündung des linken Ischiasnervs im Gesäßbereich, vermutlich durch eine Spritze hervorgerufen. Für die Umgestaltung ihres Kirchenplatzes warb die Gemeinde St. Michael bei einem großen Pfarrfest, zu dem über 600 Gäste kamen. Das Motto hieß „Gott stellt laufend ein!“ Montag, 14. Juli 1980 Nach Ansicht Fürther Kommunalpolitiker war der soziale Friede in der Stadt gefährdet. Mit 13.000 Ausländern (davon 5000 Türken) hatte Fürth in Bayern nach München den höchsten Ausländeranteil. Der Anteil an der Kriminalität lag doppelt so hoch wie bei der deutschen Bevölkerung. Bei nahezu 15% Bevölkerungsanteil galt es, die Ghettos der Ausländer aufzubrechen, um eine bessere Integration zu erreichen. Auch über einen Zuzugsstopp von Ausländern wurde laut nachgedacht. Die Generalprobe der SpVgg für die neue Saison 1980/81 fiel recht dürftig aus: Beim schwäbischen Landesligisten SV Salamander Türkheim kam man über ein 2:2-Unentschieden nicht hinaus. Der als Stürmer eingesetzte Torhüter Roland Kastner erzielte beide Treffer für Fürth. Dienstag, 15. Juli 1980 Der Fürther Stadtrat entschied einstimmig, dass die Neubauten am Fürther Krankenhaus auf der Grundlage des Entwurfes der Offenbacher Architekten Novotny/Mähner weitergeplant werden. Nach dieser Planung konnten die vorhandenen Anlagen weitergenutzt werden, die Bauarbeiten würden die Patienten am geringsten belästigen und nach der Entwurfprüfung durch die Regierung von Mittelfranken stehe einer schnellen Zuschussgenehmigung nichts im Wege. Wissbegierig: Der Verein für Heimatforschung „Alt-Fürth“ fuhr für fünf Tage nach Flandern, um in Gent und Brügge den historischen Spuren Karls V. nachzuspüren. Mittwoch, 16. Juli 1980 Knapp 100 Jahre, nachdem in Fürth der erste private Telefonanschluss (27. Oktober 1883) für Fabrikbesitzer Hornschuch eingerichtet wurde, konnte die damalige Deutsche Bundespost in Fürth den 40.000. Telefonhauptanschluss vergeben. Während es in Fürth 80 Jahre dauerte, bis 10.000 Teilnehmer erreicht wurden, verzeichnete man seit 1965 innerhalb von 15 Jahren eine Vervierfachung des Telefonbestandes. Ein Stillstand dieser Entwicklung war jedoch immer noch nicht abzusehen. 30 Villeneinbrüche in Nürnberg, Fürth und Erlangen gingen auf das Konto einer jugendlichen Einbrecherbande, die nun von der Fürther Polizei dingfest gemacht wurde. Spaziergänger hatten die Polizei verständigt, weil einige Mitglieder der Bande am Waldrand hinter der Eschenau mit gestohlenen Gewehren auf Hühner schossen. Die 32
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