Johann Gran: Unterschied zwischen den Versionen

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* [[1855]]: „Alte Leichenhalle” auf dem ehem. [[Städtischer Friedhof|Friedhof an der Nürnberger Straße]] durch Johann Gran nach Entwurf von [[Albert Frommel]] erbaut (1897 zum Hauptfriedhof umgesetzt)
  
 
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Version vom 8. Juli 2019, 18:28 Uhr

Johann Caspar Gran (geb. am 2. Juni 1817 in Bruckberg[1], gest. am 16. Dezember 1870 in Fürth[2][3]) war ein Fürther Baumeister und Architekt.

Sein Vater Johann Paul Gran war Maurermeister und Gemeindevorsteher in Bruckberg.

Leben

Johann Caspar Gran (genannt "Johann Gran") besuchte von 1823 bis 1831 die Werktagsschule, wurde 1831 konfirmiert und ging bis zum Mai 1835 in die Sonntagsschule.[4] Von der Kgl. Regierung von Mittelfranken wurde Gran von der Wehrpflicht (damals Konskription genannt) mit Entlassungsschein vom 16. Oktober 1840 befreit. In der Zeit vom 22. Juni 1840 bis zum 7. März 1842 absolvierte er in Fürth seine Lehre in der "Maurerprofession" beim Meister Gran, seinem älteren Bruder, der auch Johann Caspar hieß, aber allgemein Caspar Gran genannt wurde.[5]

Anschließend ging er auf Wanderschaft, wobei sich Gran ausweislich seines Wanderbuchs in der Zeit von März 1842 bis Mai 1846 mit Fürth, Erlangen und Ansbach auf die Region beschränkte.[6] Zuletzt war er ab 10. März 1846 als Geschäftsführer bei der Mauerermeisterswitwe Anna Maria Müller, geb. Ettlinger in Fürth beschäftigt, die nach dem Tod ihres Ehemanns Georg Friedrich Müller (gest. am 11. November 1844) die am 16. Januar 1824 erteilte Gewerbekonzession weiter ausübte. Die Witwe Müller, die drei minderjährige Kinder zu versorgen hatte, war auch Eigentümerin eines ansehnlichen Anwesens mit den Häusern 148 und 149 in der Schlehengasse (I. Stadtbezirk, III. Stadtdistrikt; alte Hs.-Nr. 487 und 488, siehe historische Karte im BayernAtlas, im Bereich der heutigen Rosenstraße 37).[7][8]

Nachdem Johann Gran vom "Königlichen Regierungs-Bau-Bureau Ansbach" für das am 2. März 1846 "recht gut" bestandene Bauhandwerker-Examen die "Examinations-Note" vom 1. April 1846 bekam, die ihn zur selbstständigen Ausübung des Mauerergewerbes befähigte, stellte er zusammen mit Anna Maria Müller am 11. Mai 1846 beim Magistrat der Kgl. Bayr. Stadt Fürth ein Bürgeraufnahme- und Verehelichungsgesuch.[1] Gran legte seine Zeugnisse vor, Müller erklärte ihren Verzicht auf ihre Konzession zu Gunsten von Gran und beide gaben an, sich verheiraten zu wollen. Als Heiratsgut brachte Müller 1.944 Gulden (f.) 1 ½ Kreuzer (x.) in die Ehe, während Gran eine standesgemäße Ausstattung an Effekten und Handwerkszeug sowie ein Barvermögen von 400 f. von seinem Vater beisteuerte. Nach Prüfung durch die zuständigen Gremien (Vorsteher des Maurer- und Zimmergewerbes, Armenpflegschaftsrat, Gemeindebevollmächtigte, Information der Öffentlichkeit durch vierwöchigen Aushang) fasste der Stadtmagistrat am 6. Juli 1846 den Beschluss, dem Bewerber die Konzession zum Betrieb des Mauerergewerbes zu erteilen, die Bürgeraufnahme und die Verehelichung mit der Witwe Müller zu gestatten. Ihm wurde der Beschluss am nächsten Tag eröffnet. Gran hatte eine Aufnahmegebühr von 15 Gulden zu entrichten; weiter verpflichtete er sich, 48 x. Aversum (= Abfindung, Ablösung) zur Straßenbeleuchtung zu zahlen, jährlich dazu einen Beitrag von 36 x. zu leisten und wöchentlich 6 x. Almosen zu erbringen. Die öffentliche Bekanntmachung der Bürgeraufnahme erfolgte am 9. Juli per Anschlag und auch durch Zeitungsbericht des "Fürther Tagblatts" vom 31. Juli 1846.[9]

Er starb im Alter von 53 Jahren an Lungentuberkulose.[3]

Werke

 ObjektArchitektBauherrBaujahrAkten-NrBaustil
Blumenstraße 15Johann Gran1853D-5-63-000-123Neurenaissance
Klassizismus
Blumenstraße 17Johann Gran1853D-5-63-000-125Klassizismus
Blumenstraße 27Johann Gran1852D-5-63-000-133Klassizismus
Blumenstraße 37; Theaterstraße 20Johann Gran
Konrad Jordan
1856D-5-63-000-1349Klassizismus
Hirschenstraße 42Johann Gran
Konrad Waiz
1854D-5-63-000-442Klassizismus
Marienstraße 9Johann Gran1869D-5-63-000-802Klassizismus
Maxstraße 22Johann Gran1866D-5-63-000-897Klassizismus
Moststraße 1Johann Gran1859D-5-63-000-918
Ottostraße 11Johann Gran1869D-5-63-000-1057Klassizismus
Ottostraße 13Johann Gran1867D-5-63-000-1059Klassizismus
Rosenstraße 15Johann Gran1861D-5-63-000-1144Klassizismus
Rosenstraße 8Johann Gran1860D-5-63-000-1137Klassizismus
Rudolf-Breitscheid-Straße 12Johann GranJohann Linz1861D-5-63-000-1157Klassizismus

Außerdem:

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Stadtmagistrat Fürth: Akte über Bürgeraufnahmegesuch des Maurergesellen Johann Caspar Gran aus Bruckberg, Kgl. Landg. Ansbach, StadtAFÜ Sign.-Nr. Fach 18 a/G 75
  2. Fürther neueste Nachrichten für Stadt und Land (Fürther Abendzeitung) vom 21.12.1870, Nr. 305/1870, S. 3 - online abrufbar
  3. 3,0 3,1 Fürther neueste Nachrichten für Stadt und Land (Fürther Abendzeitung) vom 28.12.1870, Nr. 311/1870, S. 3 - online abrufbar
  4. Schulzeugnis der "Königl. Localinspection" vom 30. April 1831 mit nachgetragenem Attest des Pf. Zellfelder, K. Pfarramt Großhaslach vom 21. April 1846
  5. Lehrbrief des "Johann Kaspar Gran" vom 7. März 1842, unterzeichnet vom Vereinsvorsteher Johann Georg Schmiedt, Zimmermeister, dem Lehrmeister C. Gran, dem Vereins-"Kommisär" Koeppel, Rechtsrat und dem Stadtmagistrat mit Unterschrift Baeumen
  6. Wanderbuch für "Johann Kaspar Gran", ausgestellt vom Königl. Landgericht Ansbach vom 26. März 1842 nach allerhöchster Verordnung vom 16. März 1808 (siehe Königlich-Baierisches Regierungsblatt 1808, S. 680/681 - Online-Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek)
  7. Protokoll Vorausregulierung Müller des Kgl. Kreis- und Stadtgerichts Fürth vom 14.12.1844, als Erwerbsurkunde ausgefertigt und genehmigt am 24.01.1845
  8. Adressbuch 1846, S. 8
  9. Fürther Tagblatt vom 31.07.1846, Nr. 121/1846, S. 5 - online abrufbar

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