Königshof Fürth

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Der Königshof Fürth wurde mit der Fränkischen Landnahme bei der verkehrsgünstigen Furt an der Rednitz angelegt.

Er wurde angelegt an der wichtigen Reichsstraße von Frankfurt am Main über Würzburg nach Regensburg (West-Ost). Hier kreuzte sie sich mit der Reichsstraße von Bamberg nach Weißenburg (Nord-Süd).

Er war Versorgungs- und Verwaltungssitz der gleichnamigen Hofmark Fürth, sowie kirchliches Zentrum und Militärstützpunkt.

Als Königsort hatte Fürth von Anfang an das Marktrecht ("Markt Fürth") und war somit Handelszentrum für seinen Bezirk.

Der Königshof bestand aus einem großen befestigten landwirtschaftlichen Hof aus Holz mit einem steinernen Haus für den König und einer eigenen Kapelle (laut Brevium exempla, einer zeitgenössischen Quelle). In karolingischer Zeit war der Treidelkahn ein Hauptverkehrsmittel, die Höfe lagen zumeist an Zusammenflüssen befahrbarer Flüsse. Für das Jahr 793 ist belegt (Annales regnis Francorum), dass Karl der Große auf dem Treidelkahn von Weißenburg nach Würzburg fuhr. Die Königshöfe lagen entlang der Rednitz und Regnitz im Abstand einer Tagesfahrt, in unserem Falle Uizinburc (Weißenburg), Roth (vermutet), Suabaha (vermutet, heute Schwabach), Fürth, Forachheim und Halazstadt (Hallstadt).

Wenn der König in einem Königsort weilte, hielt er dort Hoftage ab, auf denen wichtige Entscheidungen für das umliegende Gebiet oder auch für das ganze Reich getroffen wurden. Es ist für das Jahr 907 ein Hoftag in Fürth belegt; ob es aber dieses Fürth ist, ist nicht ganz sicher, da genauere Ortsangaben fehlen. Für die ganze Zeit des Hoftages weilte der König, da es ein Reisekönigtum war, dann mit seinem ganzen Gefolge und mit den betreffenden Oberen des Reichs im Königshof.

Da der Königshof ab 1007 seine Funktion verlor und sich das Flussbett der Rednitz in der Folgezeit mehrfach verlagerte, ging im Laufe der weiteren Geschichte das Wissen um den Königshof verloren. So ist heute der Standort in Fürth nicht mehr lokalisierbar. Es wird angenommen, dass der Königshof Fürth entweder bei der heutigen Stadthalle, bei St. Michael, am Waagplatz oder aber bei der im Talgrund befindlichen St.-Martin-Kapelle - heutige Kapellenruh - lag.

Ein Königshof Fürth wurde von der historischen Forschung bislang lediglich erschlossen. Er ist in den zeitgenössischen Quellen nicht unmittelbar nachweisbar.

Unzweifelhaft erscheint jedoch, dass es im Raum Fürth schon in karolingischer Zeit ein umfangreicheres Königsgut gegeben hat, wie es im mittelfränkisch-mitteloberpfälzer Grenzraum vielfach zu belegen und zu vermuten ist. Diese Siedlungskammern waren von wichtigen Verkehrssystemen durchzogen, die u. a. vom Rhein-Main-Gebiet in den Donauraum und von der Donau nach Norden in Richtung Thüringen und weiter zur Ostsee verliefen. Somit kreuzten sich im Raum Fürth auch Wege, die von den politischen Zentren des Frühmittelalters wie Frankfurt am Main und Würzburg nach Regensburg oder aus den Räumen Magdeburg, Erfurt, Hallstadt/Bamberg, Forchheim nach Süden führten.

Die Existenz der Kapelle St. Martin als kirchliches Zentrum wird von Seiten der Heimatforschung in der Regel als Indiz für einen karolingischen Königshof angesehen, da St. Martin der beliebteste Schutzheilige der Karolinger war. Dieser Hinweis ist bei kritischer historischer Sicht jedoch nicht ausreichend, um einen Königshof unmittelbar belegen zu können.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Wießner: Aus der Frühgeschichte Fürths und seiner Umgebung. In: Fürther Heimatblätter, 1939/4, S. 25 - 34
  • Wilhelm Funk: Zur Stadtentwicklung von Fürth. Königshof - Markt - Stadt. In: Fürther Heimatblätter, 1952/1, S. 1 - 20
  • Helmut Weigel: Locus Furthi. Studien um das karolingische Fürth. In: Fürther Heimatblätter, 1953/1-2, S. 1 - 40
  • Alexander Mayer: Königshof und Kapellenruh - Keimzellen von Fürth? In: Altstadtbläddla, Altstadtverein St. Michael Fürth, Ausgabe 33, 1999 - im Internet
  • Alexander Mayer: Verortung von Geschichte - Überlegungen zu den Ursprüngen Fürths. Fürth 2006. - im Internet.
  • Andreas Otto Weber: Fürth und das mittelalterliche Königtum. In: Fürther Geschichtsblätter, 2, 3, 4/2007, S. 5 - 16

Siehe auch[Bearbeiten]