Sieben-Siegel-Lamm in St. Peter und Paul

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Das Sieben-Siegel-Lamm im Turm von St. Peter und Paul

Im Bauprogramm der Kirchen wurde über Jahrhunderte hinweg der Altar immer im Osten positioniert. Im Osten geht die Sonne auf und der geostete Altar erinnert an die Auferstehungssonne von Ostern. Die Gläubigen richten sich also nach Osten, nach dem Orient aus. Sie "orientieren" sich am Auferstandenen.

Im Westen geht die Sonne abends unter und der Westen gemahnt damit auch an den Weltenabend, das Ende der Zeiten. Im Bauprogramm alter Kirchen waren darum im Westen immer die Befestigungsanlagen der Türme gelegen, die in feindlichen Zeiten Schutz bieten sollten. [1] Dies galt auch im übertragenen Sinne, sodass sich im Bildprogramm an den Westseiten häufig Motive der letzten Tage und des Weltgerichts finden. In einer Nische im unteren Turmraum [2] von St. Peter und Paul steht eine Skulptur des "Sieben-Siegel-Lammes".
Das Buch mit den Sieben Siegeln ist der Apokalypse des Johannes entnommen und das Lamm [3] als einziges würdig, diese aufzubrechen. Die ersten vier der sieben Siegel stehen für die Reiter der Apokalypse, die u.a. von Albrecht Dürer ins Bild gesetzt wurden. Wenn das letzte Siegel aufgebrochen ist, spielt der Engel auf der Gerichts-Posaune, der sog. letzten Posaune. Dieses Motiv war früher auf der im Barock gestifteten Poppenreuther Loeffelholz-Kanzel auf dem Schalldeckel zu sehen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. den biblischen Vers Samuel 22,3 "Herr, meine Stärke, du mein Fels, meine Burg, mein Retter, meine Feste in der ich mich berge."
  2. heute ausgestattet mit den Gefallenentafeln der der letzten drei Kriege -
    • Reichsgründungskrieg 1870/71
    • 1. Weltkrieg 1914/18
    • 2. Weltkrieg 1939/45
  3. Symbol für Jesus Christus - erkenntlich an der Oster/Auferstehungsfahne am Kreuz