Friedrich Kündinger

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Friedrich Christian August Kündinger, Pfarrer in Poppenreuth von 1892 - 1898

Friedrich Kündinger (geb. 29. Juli 1838 in Unternesselbach; gest. 3. Februar 1908 in Lehrberg)[1] war in der Zeit von 1892 bis 1898 Pfarrer in Poppenreuth.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Kündingers Zeit in Poppenreuth war mit knapp sechs Jahren vergleichsweise kurz, daher hat sie auch wenige Spuren hinterlassen. Dennoch war es für Kündinger selbst die drittlängste Amtsperiode auf einer Pfarrstelle. Nur wenige Monate länger wirkte er in seiner letzten Stelle in Lehrberg bis zu seinem Tod 1908. Immerhin auf neun Jahre brachte er es in der Poppenreuther Tochtergemeinde Kraftshof, die in 2015 ihr 700. Gründungsjubiläum beging und welche bis zur Einführung der Reformation in der Reichsstadt Nürnberg noch 210 Jahre mit Poppenreuth verbunden war. In der dortigen Georgskirche hatte schon Friedrich Kündingers Großvater, Magister Georg Paul Johann Sauer, fast dreißig Jahre lang als Seelsorger gewirkt. Allerdings war er vier Jahre vor Friedrich Kündingers Geburt gestorben.

Mitglied im Pegnesischen Blumenorden[Bearbeiten]

Der neue Ortspfarrer wurde bald nach seiner Amtseinsetzung 732. Mitglied im Pegnesischen Blumenorden. Wegen Unstimmigkeiten mit der Familie Kress, suchte er aber bereits ab 1890 nach einer Möglichkeit zum Wechsel. Da seine sieben (überlebenden) Töchter und drei Söhne noch minderjährig waren, sollte es wohl eine Stelle in der Nähe sein. Eine passende Gelegenheit bot sich 1892, als der Poppenreuther Pfarrer Karl Gutmann zum Dekan von Münchberg in Oberfranken ernannt worden war und das Pfarrhaus von St. Peter und Paul, nach dem Ausbau des Obergeschosses, die große Familie aufnehmen konnte. Als Kündinger 1898 eine Pfarrstelle in Alesheim antrat, verließ er mit seiner Frau Christiane Friederike Pauline geb. Berger, einer Drahtfabrikantentochter aus Schwabach[2], die er dort 1870 geheiratet hatte, nach insgesamt 14 Jahren das Knoblauchsland.

Wilhelm Löhe und die Familie Kündinger[Bearbeiten]

Kündingers Leben stand von Anfang an unter dem Einfluss von Wilhelm Löhe, der bekanntlich in Poppenreuth seine erste Predigt gehalten hat, obwohl beide kein Patenverhältnis verband, wie Hermann Bezzel in seiner Trauerpredigt für Kündinger annahm. Der 1909 zum Präsidenten des Oberkonsitoriums der Evangelischen Kirche im Königreich Bayern (Vorläufer des Landesbischofs) berufene Bezzel war damals für Wilhelm Löhes diakonische Einrichtungen in Neuendettelsau verantwortlich und war ein Angehöriger jener Pfarrersdynastie, deren dritter Vertreter Erhard Christoph Bezzel in Poppenreuth seinen Dienst verrichtet hatte.

Tatsächlich war Kündingers drei Jahre älterer Bruder August der Patensohn von Löhe gewesen. Dessen tragischer Unglückstod mit 14 Jahren könnte allerdings zu einem Übergang der Verantwortlichkeit auf den, am 29. Juli 1838 geborenen, jüngeren Bruder geführt haben. August und zwei seiner Altersgenossen hatten unerlaubter Weise Schießübungen mit zwei Gewehren gemacht, wobei der Pfarrerssohn getroffen wurde. Wenig später starb er an den Folgen der Schussverletzung. Wilhelm Löhe beschreibt den Vorfall recht detailreich in seiner gedruckten Beerdigungspredigt für den Jungen.

Der Vater Johann Leonhard Kündinger, dessen Briefwechsel mit seinem Freund Wilhelm Löhe erhalten ist, gehörte 1854 zu den acht männlichen Gründungsmitgliedern des Neuendettelsauer Diakonissenvereins. Ähnlich wie Löhe in seinen Anfangsjahren, wechselte Friedrich Kündinger sehr häufig seine Pfarrstellen. Ganz im Geist Wilhelm Löhes entwickelte er seit 1894 die Idee zur Einrichtung eines Kindergartens in Poppenreuth, wozu er Auskünfte einholte und eine Sammlung von Informationsmaterial anlegte, die noch im Pfarrarchiv erhalten ist. „Das Commité zur Errichtung einer Kleinkinderschule in dem Vororte Fürth-Poppenreuth“ wurde aber erst ein Jahr nach seinem Weggang im September 1899 gegründet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verein für Computergenealogie e. V.: Friedrich Christian August KÜNDINGER (abgerufen am 04.05.2018) - online abrufbar
  2. Tafeln erinnern an Familiengeschichte - Berger‘sche Familiengruft an der Dreieinigkeitskirche bildet Schwabachs Historie ab. In: Schwabacher Tagblatt vom 02.06.2010 - online abrufbar