Kirche "Heiligste Dreifaltigkeit"

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Heiligste Dreifaltigkeit Gesamtansicht.jpg
Gesamtansicht der Hl. Dreifaltigkeitskirche in Stadeln, rechts der ehemalige Gemeindesaal
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Die Kirche Heiligste Dreifaltigkeit ist eine katholische Kirche im Fürther Ortsteil Stadeln. Sie befindet sich in der Fritz-Erler-Straße 25.

Entstehung

Nach dem 2. Weltkrieg kamen mit dem Strom der Flüchtlinge und Heimatvertriebenen viele katholische Christen nach Stadeln. 1955 waren es über 2.000 katholische Gläubige, deren Weg zum Gottesdienst entweder nach Mannhof, Sack oder Fürth führte. Seit 1967 existierte bereits ein Standort für einen Kirchenneubau im Flächennutzungsplan der Gemeinde Stadeln. Und im Herbst 1970 legte Architekt Walter Lischka eine erste Zeichnung für eine neue Kirche vor.

Das Erzbischöfliche Ordinariat in Bamberg genehmigte im März 1971 die Fertigung eines Vorentwurfs. Am 10. Januar 1971 gründete sich der katholische Kirchenbauverein Mannhof-Stadeln-Vach.[1] Der Bauausschuss der Gemeinde Stadeln genehmigte die im Mai 1971 vorgelegten Vorentwürfe. Einspruch gegen das Bauvorhaben erhob aber der Flughafen Nürnberg. Allerdings hatte er keine Möglichkeiten, das Bauvorhaben zu verhindern, gab jedoch zu bedenken, ob dies der geeignete Ort für ein Gebäude wäre, das der inneren Einkehr dienen sollte.[2] Dennoch wurde nach langwierigen Verhandlungen das ca. 6.600 qm große Grundstück an der Fritz-Erler-Straße erworben. Mit der Unterstützung des 1. Bürgermeisters und des Gemeinderates konnte die Errichtung einer neuen Kirche in Angriff genommen werden. In einer Sitzung des Kirchenbauvereins im Oktober 1972 einigte man sich auf den Namen "Zur Heiligsten Dreifaltigkeit" für die neue Kirche.[3]

Die Grundsteinlegung erfolgte am 17. Juni 1973 durch Dekan und Pfarrverweser Hümmer im Beisein von über 1.000 Gästen. Am 31. Januar 1974 werden in einer spektakulären Aktion die beiden Schottenwände des 36 Meter hohen Kirchturms zusammengefügt. Nach dem Richtfest am 8. Februar 1974 gründete der Bamberger Erzbischof Dr. D. Josef Schneider mit Stiftungsurkunde vom 21.3.1974 die Kirchengemeinde Hl. Dreifaltigkeit Stadeln, aus der Pfarrei Herz-Jesu in Mannhof wird somit die Kuratie Stadeln, zu der auch Sack gehört, ausgegliedert. Am 27. Oktober 1974 konsekrierte der Erzbischof aus Bamberg die neue Kirche "Heiligste Dreifaltigkeit" in Fürth-Stadeln. Ab 1977 begann der 2. Bauabschnitt, der Bau eines neuen Gemeindezentrums, Architekt war ebenfalls Walter Lischka. Am 30. Juni 1978 feierte man Richtfest, am 30. November wurde es seiner Bestimmung übergeben. Am 6. Januar 1979 konnte unter Würdigung des Bamberger Weihbischofs Dr. Martin Wiesend das neue Gemeinde- oder Pfarrzentrum eingeweiht werden.

Am 1. August 1982 wurde die Kuratie "Heiligste Dreifaltigkeit" zur Pfarrei "Heiligste Dreifaltigkeit Fürth" erhoben. Dazu gehören die Ortsteile Stadeln, Steinach, Bislohe, Sack und Braunsbach.

Am 30. September 1984, zum 10-jährigen Jubiläum der Kirche, wurde auch die neue Pfeifenorgel eingeweiht und am 23. Oktober 1986 erhielt die Kirche schließlich ihre zweite Glocke, die Marien-Glocke.

Beschreibung

Das Pfarrzentrum liegt in einem nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Neubaugebiet in zentraler Lage des Fürther Ortsteils Stadeln. Das außergewöhnliche und prägnante Gestaltungsmerkmal der Kirche ist ihre hintereinander gestaffelten, sattelförmigen Faltwerke der Dachkonstruktion. Diese münden in die hohe spitzgiebelige Nordwand, die Altarwand, die von einem Fensterband eingerahmt wird. Sie ist von zwei strebepfeilerähnlichen Schottenwänden flankiert auf welchen auch der Glockenträger ruht.

Die erste Glocke, die Dreifaltigkeitsglocke, die bereits beim Bau eingefügt wurde, wiegt 650 Kilogramm und trägt die Inschrift SOLI DEO GLORIA (Gott allein die Ehre). Sie ist auf Ton as' gestimmt. Die zweite Glocke, die Marien-Glocke, trägt die Inschrift Salve regina, mater misericordiae (Sei gegrüßt Königin, Mutter der Barmherzigkeit) und ist mit einem Marienmotiv versehen. Gegossen wurde sie in der Glockengießerei Gebrüder Bachert in Bad Friedrichshall. Sie ist auf Ton f' gestimmt, wiegt 950 Kilogramm und hat einen Durchmesser von 1,20 Meter.

Blick auf die Eingangsfassade mit der Glasrosette

Auch Inneren zeigt sich der Charakter der außergewöhnlichen Konstruktion. Die in Scheiben gestaffelt ansteigenden Faltendächer erreichen ihre größte Höhe über dem Altarbereich. Gleichzeitig verjüngt sich der Raum aufgrund des trapezförmigen Grundrisses von der breiten Eingangsseite zum Altar hin. Licht fällt in die Kirche über die bunt-verglaste Rückwand, durch die Öffnungen in den Dachbindern, durch Fenster an den Seitenwänden und durch den bunten Fensterfries, der die Altarwand umgibt. Kunstmaler Herbert Bessel aus Altdorf hat diesen Fries bereits 1974 gestaltet. Die Seitenwände sind mit Klinkern verkleidet, Decke und Altarwand zeigen einen Holzton. Der Altar wurde aus grünschimmerndem italienischen Marmor gestaltet. Im Altar befinden sich die Reliquien der Heiligen Klemens und Faustus. Rechts davon befindet sich in einer Nische der kupferverkleidete Tabernakel, den Bergkristalle zieren.

Im Zentrum der Altarwand thront die Orgel, die von der Firma Ludwig Eisenbarth aus Passau gebaut wurde. Sie wurde als Schwalbennest-Orgel installiert. Das Prospekt mit den drei spitzwinklig oben und unten abschließenden, vorkragenden Türmen wurde vom Architekten Walter Lischka entworfen. Um auf die besonderen architektonischen Verhältnisse Rücksicht zu nehmen, wählte man die elektrische Traktur in Verbindung mit Schleifladen. Der Orgelprospekt wurde mit 52 Zinnpfeifen ausgestattet. Insgesamt hat die Orgel 860 Pfeifen. Die Disposition der Orgel erstellte Domkapellmeister Wolfgang Wünsch aus Bamberg.

Die 1989 eingebauten, bunten Kirchenfenster, insbesondere die große Lamellenglaswand an der Vorderfront zwischen den beiden Eingangstüren, bilden die bedeutendsten Kunstwerke, der ansonsten schlicht gestalteten Kirche. Der Gestaltungsvorschlag stammt wieder von Herbert Bessel, ausführende Firma war die Fa. Derix aus Rottweil. Im Mittelpunkt steht eine sternförmige und äußerst lichtdurchlässige Rundrosette, die Formvorstellungen der Steinrosetten gotischer Kirchen aufnimmt. Bei den Seitenfenstern ist ein ebenfalls sehr lichtdurchlässiges Opalglas verwendet.

Literatur

Lokalberichterstattung

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. FS Fürth-Stadeln Hl. Dreifaltigkeit 1974
  2. Pfarrarchiv Hl. Dreifaltigkeit Fürth-Stadeln: Akte Stadeln 1970/71 - Schreiben des Flughafens Nürnberg an das kath. Pfarramt Herz-Jesu, Mannhof, vom 19.07.1971
  3. Robert Wachter: Kirchenbauten im Erzbistum Bamberg, Band 2. Werbedruck GmbH Horst Schreckhase, Spangenberg, 2017, 978-3-7319-0084-9, S. 950.

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