Max Seidel

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Max Seidel (geb. 21. Januar 1906 in Breslau, gest. 21. März 1983 in Fürth) war Mitglied der SPD. Seidel war von Beruf Schreiner und später Politiker. Für die SPD war er von 1953 bis 1972 Mitglied im Deutschen Bundestag. Max Seidel war mit Irene Seidel (10.11.1911 - 12.10.1968) verheiratet.

Leben[Bearbeiten]

Max Seidel besuchte zunächst die Volksschule bevor er im Anschluss eine Ausbildung zum Schreiner absolvierte. Bereits 1922 trat er im Alter von 16 Jahren der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) in Mittelschlesien bei und schlug die Laufbahn eines Politikers ein. Seinen Beruf als Schreiner legte er schon bald ab, und wurde zunächst 1930 Bezirkssekretär der SAJ. Gleichzeitig war Seidel bereits ab 1924 Mitglied der Gewerkschaft und der SPD-Partei.

Vermutlich durch das Verbot der SPD am 22. Juni 1933 und der Gleichschaltung aller Parteien und Vereine im Juli 1933 durch die NSDAP war Seidel gezwungen, erneut seinem ursprünglich erlernten Beruf des Schreiners nachzugehen. Trotzdem wurde er 1934 vor einem Breslauer Sondergericht durch die NS-Regierung angeklagt und anschließend bis 1939 in Schutzhaft genommen. Im Anschluss wurde Seidel zum Wehrdienst eingezogen, den er von 1940 bis 1945 als Soldat im 2. Weltkrieg versah. 1945 kam Seidel in amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst wieder im Juli 1946 entlassen wurde. In dieser Zeit muss Seidel in den mittelfränkischen Raum gekommen sein. Bis 1947 arbeitete Seidel erneut als Schreiner in Nürnberg, bevor er sich gänzlich der politischen Karriere widmete.

Politisches Wirken[Bearbeiten]

Max Seidel, links im Bild - Mai 1980

1947 wurde Seidel zum Sekretär der SPD in Fürth gewählt. Dieses Amt bekleidete er lediglich ein Jahr, da er bereits 1948 zum Bezirkssekretär in Franken ernannt wurde. Von 1950 bis 1952 war Seidel stellvertretender Landesvorsitzender der SPD in Bayern, und von 1958 bis 1970 war er Vorsitzender des SPD-Bezirks Franken sowie von 1965 bis 1970 Vorsitzender des Parteirats der SPD in Bayern.

Ab 1953 gehörte Seidel dem Deutschen Bundestag an. Von 1953 bis 1957 (2. Deutscher Bundestag) und von 1961 bis 1965 (4. Deutscher Bundestag) war er im Wahlkreis 228 (Nürnberg-Fürth) direkt gewählt worden, in den übrigen Wahlperioden zog er über einen Listenplatz in den Bundestag ein.

  • Von 1969 bis zum 4. März 1971 war er stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für innerdeutsche Beziehungen.
  • Vom 15. Juni 1971 bis 1972 war er stellvertretender Vorsitzender des Haushaltsausschusses, dem er sonst in allen Wahlperioden als ordentliches Mitglied angehörte.
  • Außerdem war er von 1953 bis 1969 Mitglied im Ausschuss für gesamtdeutsche und Berliner Fragen.
  • In der zweiten Wahlperiode von 1953 bis Oktober 1955 war Seidel im Ausschuss zum Schutze der Verfassung.

1972 beendete Seidel seine politische Laufbahn mit 66 Jahren und schied regulär aus dem Bundestag aus. Max Seidels Nachlass wird vom Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn verwaltet.

Ehrungen[Bearbeiten]

1972 erhielt Max Seidel das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. 1963 erhielt er bereits den Bayerischen Verdienstorden für sein politisches Engagement. Zu seinen Ehren wird jährlich die "Max-Seidel-Medaille" an besonders engagierte MitbürgerInnen im fränkischen Raum verliehen. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) hat in Gedenken an Max Seidel eine Begegnungsstätte in der Hirschenstraße 24 nach ihm benannt.

Max Seidel war Ehrenvorsitzender der SPD Fürth.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  • Wikipedia: Max Seidel, online abgerufen am 9. August 2015 | 22 Uhr online abrufbar

Bilder[Bearbeiten]