1854

Aus FürthWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
◄◄ 19. Jahrhundert ►►
1800 1801 1802 1803 1804 1805 1806 1807 1808 1809
1810 1811 1812 1813 1814 1815 1816 1817 1818 1819
1820 1821 1822 1823 1824 1825 1826 1827 1828 1829
1830 1831 1832 1833 1834 1835 1836 1837 1838 1839
1840 1841 1842 1843 1844 1845 1846 1847 1848 1849
1850 1851 1852 1853 1854 1855 1856 1857 1858 1859
1860 1861 1862 1863 1864 1865 1866 1867 1868 1869
1870 1871 1872 1873 1874 1875 1876 1877 1878 1879
1880 1881 1882 1883 1884 1885 1886 1887 1888 1889
1890 1891 1892 1893 1894 1895 1896 1897 1898 1899

Ereignisse in Fürth im Jahr 1854



Kurz-Chronik 1854

Personen

Geboren 1854

PersonGeburtstagGeburtsortBeruf
Louis Berneis14. OktoberFürthFabrikant, Kaufmann
Max Bernstein12. MaiFürthKritiker, Rechtsanwalt, Jurist, Autor
Nathan Krautheimer28. OktoberUnterschüpfKaufmann, Stifter
Heinrich Mailaender27. JuliFürthBankier
Rudolf Maison29. JuliRegensburgKünstler
Friedrich Marx26. DezemberFürthLehrer, Chronist

Gestorben 1854

PersonTodestagTodesortBeruf
Simon Königswarter15. DezemberFürthBankier
Victoria Mailaender7. JanuarFürth

Außerdem laut Fronmüllerchronik gestorben:

  • Am 24. April starb Joh. Christian Koch, Hauptzollamtsverwalter und Ritter des Michaelsordens am Blutschlag.
  • Am Ostersonntag Morgens fand man den 15jährigen Sohn des Salzamtmanns Müller von Hof, Lehrling des Apothekers Ed. Mayer, todt in seinem Bett. Er hatte sich mit Blausäure vergiftet.
  • Am 27. April Morgens erschoss der geisteskranke, aus der Kreisirrenanstalt entlassene, 22jährige Kellner Georg Ermann seinen Bruder, erstach seine Mutter und dann sich selbst.
  • Die 15jährige Tochter der Metalleinlegerin Rößler stürzte sich am 5. Mai oberhalb der unteren Mühle in die Rednitz und ertrank.
  • Am 6. Juni fiel der Mühlbursche Johann Pfeifer in der Förster'schen Mühle in die Rednitz und ertrank.
  • Am 29. Nov. ließ sich Kammmachergeselle Hager, früher Polizeisoldat, den Kopf durch den Bahnzug bei Poppenreuth zerquetschen.

Bauten


Fronmüllerchronik

Am 21. Februar erfolgte die erste öffentliche Aufforderung zur Bildung eines Zweigvereins des [...] Johannisvereins. Derselbe konstituirte sich und wurde zum Vorstande Stadtkommissar Zimmerer, zum Kassirer Eduard Mayer, zum Sekretär Salomon Berolzheimer gewählt. [...]. An die Handels- und Gewerbeschule für Mathematik und Physik kam der Lehramtskandidat Georg Füchtbauer von Erlangen [...]. [...]. Den 11. Mai gewährte der König der hiesigen Stadt aus dem Gewinnantheile Bayerns von der München-Aachener Feuerversicherungsgesellschaft 800 fl. zur Anschaffung einer Saugdruckspritze. - Im Mai wurde Nikolaus Luthardt von Nürnberg als Hauptzollamtsverwalter hieher versetzt; der bisherige zweite protest. Pfarrer Dr. Kraußold wurde zum Consistorialrath in Bayreuth befördert; an seine Stelle rückte Pfarrer Lehmus (am 5. Nov.) vor. [...]. Vom 1. Juli an konnte man bereits auf der Würzburger Eisenbahn über Bamberg von hier aus reisen und Güter verladen lassen. - Anfangs August kamen einige tödtlich ablaufende Cholerafälle in Fürth vor. - Dr. Richard Leupoldt aus Erlangen wurde erster Hospitalassisenzarzt in Fürth [...], dann praktischer Arzt in Nürnberg; derselbe hatte gleichzeitig die gesammte Leichenschau für die Stadt zu übernehmen. Ihm folgte Dr. Karl Wolfhardt, Hospiatalassistent 1854 bis 1856, jetzt königl. Bezirksarzt in Ebermannstadt. - Dem Landwehr-Pionierführer im Landwehrregimente Fürth, Zimmermeister Jakob Riedheimer, wurde durch seine Majestät den König, in Anerkennung der von demselben geleisteten treuen und eifrigen, durch Muth und Entschlossenheit ausgezeichneten Landwehrdienste, das silberne Ehrenzeichen des Verdienstordens der bayrischen Krone verliehen [...]. Karl Fried. Crailsheim, Pharmaceut, erkauft und übernimmt die hiesige Sternapotheke im April 1854. - David Oftheimer aus Welbhausen, Handlunskommis, wird im gleichen Monat zur kaufmännischen Prüfung zugelassen. [...]. Die Brauereibesitzer Stengel'sche Familie vermachte 500 fl. behufs der Renovation der Auferstehungskirche. Die hiesige Handels- und Gewerbeschule erhielt [...] vom Staate die große Franz Wertheimer'sche Werkzeugsammlung für Holzarbeiter zum Geschenk. Die jetzt in der Realschule befindliche Sammlung hatte dem Staate 1500 fl. im Ankauf gekostet; der hiesiege Gewerbeverein hatte eine Beitragzahlung von 600 fl. geleistet. Dem letzteren wurde ferner Sustentation von 600 fl. für Herausgabe der Gewerbezeitung gewährt. - Gegen die Abhaltung der Fürther Kirchweih in diesem Jahre hatte sich der Nürnberger Magistrat, weil er ein Wiederaufleben der Cholera, welche in Nürnberg ziemlich verbreitet war, durch den zu erwartenden Menschenkonflux in Verbindung mit Diätfehlern befürchtete, ernstlich verwahrt. Auf die Erklärung jedoch des Stadtgerichtsarztes Dr. Wolfring, daß er diese Befürchtung nicht theile, ließ der Magistrat in Fürth die Feier der Kirchweih und Messe zu, welche auch ohne Gefährdung des Gesundheitswohles der Bevölkerung und der zahlreichen Gäste von auswärts, namentlich auch aus Nürnberg, ihren gewöhnlichen Verlauf hatte. Die Errichtung eines Dampfbades für die Quecksilberarbeiter wird von der königl. Regierung genehmigt. Die vom Magistrat und dem Handelsrathe hiergegen eingelegte Berufung blieb ohne Erfolg. - Am 1. Dezember wurde Stadtcommissär Zimmerer als Regierungsrath nach Bayreuth befördert. An seine Stelle kam F. Franz, Regierungsassessor in Ansbach. - Bei dem Abheben einer Wiese, dem Privatier Zolles gehörend, am Regnitzufer, nahe an den zwei Wassern, fand man auf eine Strecke von 40-50 Fuß vertheilt ein Reiterschwert mit zweischneidiger Klinge, einen Pistolenlauf und Ladstock, zwei Hufeisen von ungewöhnlich breiter Form, Unterkinnlade und Röhrenknochen eines Pferdes. Leider verschwanden unter den Händen der Arbeiter ein mit Namenschiffre bezeichnet gewesener spangenartiger Theil eines Pferdekopfschmuckes, Reitersporen und Hufeisen. Die Gegenstände stammten offenbar aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges. Wahrscheinlieh ist zur Zeit, wo die Regnitz mit Menschen- und Pferdekadavern überfüllt war, der Fluß an dieser Stelle von Leichnamen gereinigt und dieselben unmittelbar am Fluß eingegraben worden. - Die Ausgaben der Stadt für Armenpflege betrugen für 1853/54 (incl. 2.500 fl. Zahlungsleistung an das christliche Hospital) 14,483 fl. 16 1/2 kr. - Am 15. Dezember starb Banquier Simon Königswarter dahier, welcher 300 fl. für die Armen, 200 fl. für das christliche Hospital, 100 fl. für die katholische Kirchenstiftung, 2000 fl. für das israelitische Hospital, 2700 fl für die jüdischen Armen, 200 fl. für die israel. Waisenanstalt gestiftet hat. Am 26. September trat der berühmte Neger Ira Aldrige als Mohr im Othello von Shakespeare dahier auf. Er sprach hiebei englisch, die übrigen Schauspieler deutsch. - Bei der allgemeinen deutschen Industrieausstellung in München erhielt der Gewerbverein in Fürth die große Denkmünze. - Die kathol. Kirchenstiftung erbaute ein Pfarrhaus, wozu in allen kathol. Kirchen Bayerns diesseits des Rheines kollektirt worden war, auf dem bereits 1850 erkauften Heumann'schen Platze. Dasselbe wurde unter Leitung des Bauinspektors Frommel in Nürnberg nach dem vom Stadtpfarrer Zahnleiter selbst entworfenen und vom Maurermeister Zink ausgeführten Bauplane erbaut. - August Hohwald begründete eine Möbelfabrik in der Bahnhofstraße. - Die Stadt errichtete eine Interimsunterkunft für Leichen auf dem Gottesacker. - Die Volkszählung vom 1. Dezember ergab 17,341 Einwohner und 4389 Familien. - Die Zahl der Neubauten betrug 16, die der Passagiere der Ludwigseisenbahn 512,415 [...]. - Ein Kind ertrank in diesem Jahre in der Rednitz, ein anderes in der Pegnitz. Zinnfigurenfabrikant Haffner hat in diesem Jahre an seinem damaligen Hause, welches die nördliche Ecke der Alexander- und Schwabacher Straße bildet, das erste Trottoir dahier errichtet und zwar von Marmorplatten, welche jedoch, weil sie leicht brachen und zu glitscherig für die Passanten waren, später wieder entfernt und durch Klinker ersetzt wurden.[1]

Bilder

Einzelnachweise

  1. Fronmüllerchronik, 1887, S. 297 ff