1829

Aus FürthWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
◄◄ 19. Jahrhundert ►►
1800 1801 1802 1803 1804 1805 1806 1807 1808 1809
1810 1811 1812 1813 1814 1815 1816 1817 1818 1819
1820 1821 1822 1823 1824 1825 1826 1827 1828 1829
1830 1831 1832 1833 1834 1835 1836 1837 1838 1839
1840 1841 1842 1843 1844 1845 1846 1847 1848 1849
1850 1851 1852 1853 1854 1855 1856 1857 1858 1859
1860 1861 1862 1863 1864 1865 1866 1867 1868 1869
1870 1871 1872 1873 1874 1875 1876 1877 1878 1879
1880 1881 1882 1883 1884 1885 1886 1887 1888 1889
1890 1891 1892 1893 1894 1895 1896 1897 1898 1899

Ereignisse in Fürth im Jahr 1829



Personen

Geboren 1829

PersonGeburtstagGeburtsortBeruf
Franz Müller20. JanuarKronachStadtpfarrer

Gestorben 1829

PersonTodestagTodesortBeruf
Johann Leonhard Büttner19. DezemberFürthStifter, Wirt, Großsalzhändler
Johann Jakob Grosser sen.4. JuliFürthUhrmacher
Moritz Königswarter12. JuniWienBankier
Johann Georg Ochs23. MaiFabrikant
Ulrich Pfister15. MaiGoldarbeiter, Wirt
Moses Ullmann3. JuliFürthPapierhändler
Nicolaus Walthelm19. DezemberFürthUhrmacher, Spezereihändler

Bauten

  • "In diesem Jahr erbaute Brillenfabrikant P. Schröder ein 2stöckiges Wohnhaus, obere Königstraße Nr. 76, Brauer Stengel ein Wohnhaus an der Weinstraße, Oekonom Hafner von Cadolzburg ein zweistöckiges Backsteinhaus am Weinwege, späteres Hotel Andrä [...]"[1]

Fronmüllerchronik

[...]. Am 5. Februar eröffnete Dr. Moritz Weichselbaum aus Pretzfeld seine ärztliche Praxis. - Am 7. Febr. erließ König Ludwig I. den Befehl zur Errichtung von Gewerbschulen im Lande. [...]. Beerdigt wurde am 26. Mai der Strupmpffabrikant Johann Georg Ochs, Begründer der Prateranlage. [...]. Nach dem Ableben Voigts wurde im Juli der bisherige Schrannenmeister F. G. Herrling zugleich auch Kassirer der Sparkasse. - Am 30. September wurde der Grundstein zum neuaufzuführenden Schießhaus gelegt. - Die feierliche Einweihung der katholischen Kirche fand Statt Dienstag den 6. Oktober. [...]. Kaufmann Leonhard Büttner hat auch einen eisernen Kranz um den Thurm der Auferstehungskirche und die Orgel der Michaeliskirche gestiftet. [...].[2]

Zeitgenössische Ortsbeschreibung

Fürth, eine sehr nahrhafte Stadt am Einflusse der Pegnitz in die Regnitz, 1 St. von Nürnberg und 10 von Ansbach, mit 1224 Häusern, 13,738 Einwohnern (von welchen 10,743 Evangelische, 254 Katholiken, 10 Reformirte, 9 Herrnhuther und 2515 Israeliten sind) in 3093 Familien (2746 gewerbtreibenden Bürger- und 347 Taglöhner-Familien), den Sitzen eines Kreis- und Stadtgerichts, Rent- und Hallamtes, einer Postverwaltung, Magistrats I. Klasse und eines Stadtkommissariats. Auch befinden sich hier eine (oft stark besuchte) hohe Schule für israelitische Jünglinge, 2 hebräische Buchdruckereyen, deren Produkte weit versendet werden, 1 Studien-Schule, 1 neue katholische Kirche (seit 1824), 1 berühmte Synagoge, 1 neues Rathhaus, Theater, Kranken- und Versorgungshaus, viele Kaufleute (im J. 1819, 49 mit Ellenwaaren, 25 Manufakturwaaren, 42 mit Spezerei) Künstler, Manufakturisten, Fabrikanten und Handwerker aller Art, besonders 42 Spiegelmacher, 157 Drechsler, 42 Goldschläger, 36 Gürtler, Sattler, Riemer, Schlosser, Sehrohr- und Brillenmacher, Dosen- und Siegellack- macher, Tabakspinner, Spielkarten- Schleif- Polier- Glas-Fabrikanten, 35 Uhrmacher, Zinngießer, Folienmacher, Petschierstecher, Blumenfabrikanten, etc., Wechsel, Handel und ausser den gewöhnlichen Märkten die jährliche stark besuchte Kirchweih.
Fürth war vermöge der ältesten Nachrichten ein Königshof in dem Nordgaue, im J. 1007 von dem Könige Heinrich II. zum Unterhalte der Chorherren des Hochstifts Bamberg bestimmt, und 1062 von dem K. Heinrich IV. mit dem Marktrechte, welches sein Vater nach Nürnberg verlegt hatte, wieder versehen, dann auch mit dem Zoll- und Münzrechte begnadiget. Die Vogtei darüber bekamen die Burggrafen zu Nürnberg, von dem Hochstifte Bamberg, welche aber von dem Burggrafen Konrad III. im J. 1303 dem Altar des Kaiserpaares Heinrich und Kunigund, d. i. dem Domstifte überlassen wurde. Bey der Gütertheilung zwischen dem Domkapitel und der Domprobstei wurde der letzteren auch Fürth zu Theil, welches nebst mehrern dasigen Ortschaften ein Amt bildete, und einen Beamten hatte, welcher zugleich Gerichtshalter und Kastenbeamter war. Die Rechte der Landeshoheit wurden von dem Fürstenthume lau ausgeübt, woran ohne Zweifel das Domkapitel selbst die Schuld hatte, welches die Fürstbischöfe nicht gern in seinen Besitzungen einschreiten ließ. Es entstand darüber ein langwieriger Rechtsstreit mit dem Fürstenthume Ansbach. Dieser ist zwar im J. 1797 durch einen Vergleich zwischen den beiderseitigen Unterhändlern zu schlichten gesucht worden; allein der Fürstbischof zu Bamberg hat ihn nicht genehmigt. Die nachfolgenden Staatsveränderungen zerhieben jedoch den Knoten.[3]

Bilder

Einzelnachweise

  1. Fronmüllerchronik, 1887, S. 250
  2. Fronmüllerchronik, 1887, S. 249 f
  3. Karl Friedrich Hohn: Der Retzatkreis des Königreichs Bayern, geographisch, statistisch und historisch beschrieben, Nürnberg 1829, S. 46 ff- online-Digitalisat